Ulrike Guérot verliert Kündigungsprozess gegen Uni Bonn endgültig
Salvatore HarloffPolitische Wissenschaftlerin Ulrike Guérot verliert erneut vor Gericht - Ulrike Guérot verliert Kündigungsprozess gegen Uni Bonn endgültig
Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot hat ihren Rechtsstreit gegen die Universität Bonn verloren, nachdem sie im Februar 2023 entlassen worden war. Das Landesarbeitsgericht Köln bestätigte ein früheres Urteil, wonach ihre Kündigung rechtmäßig war. Die Entscheidung folgt auf Plagiatsvorwürfe und Kontroversen um ihre öffentlichen Stellungnahmen zu zentralen politischen Themen.
Guérot sah sich bereits im vergangenen Jahr mit einer Kündigung konfrontiert, nachdem die Universität ihr Plagiat vorgeworfen hatte. Sie focht die Entscheidung an und argumentierte, ihre Entlassung sei ungerechtfertigt. Doch das Arbeitsgericht Bonn wies ihre Klage ab, woraufhin sie in Berufung ging.
Das Landesarbeitsgericht hat nun das ursprüngliche Urteil bestätigt. Die Richter urteilten, dass die Universität zu Recht ihr Arbeitsverhältnis beendet habe. Im Mittelpunkt des Falls standen Vorwürfe, sie habe in ihrer Arbeit wissenschaftliche Standards nicht eingehalten.
Jenseits des Plagiatsstreits war Guérot eine polarisierende Figur aufgrund ihrer Positionen zu aktuellen Ereignissen. Während der COVID-19-Pandemie kritisierte sie staatliche Schutzmaßnahmen und erregte mit ihrem Buch „Wer schweigt, stimmt zu“ Aufmerksamkeit. Kürzlich sorgten ihre Forderungen nach sofortigen Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg für Gegenwind. Kritiker werfen ihr vor, in ihren Äußerungen mitunter die Rollen von Angreifer und Opfer im Konflikt zu verzerren.
Trotz ihrer öffentlichen Präsenz konzentrierte sich die gerichtliche Entscheidung ausschließlich auf die von der Universität vorgebrachten Kündigungsgründe. Mit dem Urteil endet ihr Rechtsweg nach zwei getrennten Gerichtsverfahren.
Da die Berufung abgewiesen wurde, ist Guérots Entlassung von der Universität Bonn nun endgültig rechtskräftig. Der Fall schließt ein Kapitel ihrer akademischen Laufbahn ab, während ihre öffentlichen Kommentare zu politischen Themen unverändert bleiben. Die Universität hat nach dem Urteil keine weiteren Schritte angekündigt.






