Scientology-Speedrun: Warum Jugendliche jetzt Kirchen stürmen – und was das kostet
Janin FinkeScientology-Speedrun: Warum Jugendliche jetzt Kirchen stürmen – und was das kostet
Ein neuer TikTok-Trend sorgt dafür, dass junge Menschen in Scientology-Kirchen eindringen – bei einem Spiel namens Scientology Speedrun. Die Teilnehmer versuchen, in die tiefsten Bereiche der Gebäude vorzudringen, während sie Sicherheitskräfte wie Hindernisse behandeln. Die Challenge hat kürzlich auch Deutschland erreicht und löst Bedenken wegen Hausfriedensbruchs und Sicherheitsrisiken aus.
Der Trend begann in den USA, wo einige Scientology-Zweige nach wiederholten Eindringlingen die Sicherheitsvorkehrungen verschärften. Die Spieler betrachten die Stockwerke der Kirchen wie Spiellevel und versuchen, so weit wie möglich vorzudringen, bevor sie gestoppt werden. Unbefugtes Betreten von Scientology-Zentren in Deutschland kann mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.
In Berlin fand der erste deutsche Speedrun im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg statt. Eine lokale Bloggerin, @larahertha, organisierte die Aktion, wurde jedoch von der Polizei gestellt, die auf mögliche Anzeigen hinwies. In den Kommentaren unter ihrem Post diskutieren Nutzer bereits über das nächste Ziel: den Bundestag.
Scientology, das in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, strebt danach, seine Lehren zu verbreiten und „Clears“ zu schaffen – Menschen, die durch ihre Methoden angeblich zur Vollkommenheit gelangen. Die Mitgliederzahl der Gruppe entspricht in etwa der des Verbandes der Konferenzdolmetscher.
Die Challenge hat in einigen Standorten bereits zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen geführt. Deutsche Behörden warnen die Teilnehmer, dass unbefugtes Betreten weiterhin strafbar ist. Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – im Netz werden offen neue Ziele diskutiert.






