Düren gedenkt der DDR-Opfer von 1953 und fragt: Wie einig ist Deutschland heute?
Toralf ZänkerDüren gedenkt der DDR-Opfer von 1953 und fragt: Wie einig ist Deutschland heute?
Gedenkveranstaltung in Düren ehrt Opfer des DDR-Aufstands von 1953 und reflektiert über 35 Jahre deutsche Einheit
Anlässlich einer Gedenkfeier in Düren wurde der Opfer des Volksaufstands von 1953 in der DDR gedacht – zugleich diente die Veranstaltung als Anlass, um 35 Jahre nach der Wiedervereinigung Bilanz zu ziehen. Am Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus versammelten sich Teilnehmer:innen zu Reden, Schülerbeiträgen und persönlichen Berichten von Zeitzeug:innen, die das Leben in der DDR am eigenen Leib erfahren hatten. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Einheit nach dreieinhalb Jahrzehnten tatsächlich gelungen ist.
Die Zeremonie fand vor dem Dürener Rurtal-Gymnasium statt, wo ein Gedenkstein an die Verfolgten der stalinistischen Herrschaft erinnert. Bürgermeister Frank Peter Ullrich eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell, den 17. Juni 1953 nicht zu vergessen – jenem Tag, an dem sowjetische Truppen die Proteste in der gesamten DDR gewaltsam niederschlugen. Er würdigte den Mut der Demonstrant:innen, die damit den Weg für die spätere Demokratisierung der Region ebneten.
Schüler:innen der St.-Angela-Schule beteiligten sich mit selbstgestalteten Plakaten, auf denen originale Parolen der DDR-Proteste zu lesen waren. Heiko Hendriks, der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, lobte das Engagement der Jugendlichen und Lehrkräfte, die sich mit der historischen Bedeutung des Tages auseinandersetzten.
Felix Heinz Holtschke, Landesvorsitzender des Bundes der Stalinistisch Verfolgten (BSV), teilte in einer bewegenden Rede seine eigenen Erlebnisse aus der DDR-Zeit. Seine Schilderungen veranschaulichten die Unterdrückung und den Widerstand im Alltag des Regimes. Ursprünglich für Juni geplant, wurde die Veranstaltung auf Oktober 2025 verlegt, um sie mit dem 35. Jahrestag der Wiedervereinigung in Verbindung zu bringen.
Die Gedenkfeier unterstrich die anhaltende Bedeutung des Aufstands von 1953 für das heutige Deutschland. Durch die Einbindung jüngerer Generationen sicherten die Organisator:innen, dass das Vermächtnis derer, die sich gegen die Unterdrückung auflehnten, im kollektiven Gedächtnis verankert bleibt. Gleichzeitig bildete die Veranstaltung den Auftakt für weitere Reflexionen im Vorfeld des 35. Jahrestags der Wiedervereinigung im kommenden Jahr.






