Politische Spannungen überschatten die 61. Biennale Venedig unter dem Motto "In Moll-Tönen"
Salvatore HarloffPolitische Spannungen überschatten die 61. Biennale Venedig unter dem Motto "In Moll-Tönen"
Die 61. Biennale von Venedig hat für das Publikum ihre Tore geöffnet – mit 100 Nationalpavillons und 111 teilnehmenden Künstlern und Künstlerinnen. Das diesjährige Festival steht unter dem Motto „In Moll-Tönen“ und umfasst 31 Begleitausstellungen, die über ganz Venedig verteilt sind. Doch politische Spannungen überschatten die Veranstaltung: Künstler sowie Jurymitglieder positionieren sich öffentlich gegen die Teilnahme bestimmter Länder.
Portugal ist mit Alexandre Estrela vertreten, dessen Projekt „RedSkyFalls“ im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen ist. Estrela hat sich vehement gegen die Teilnahme Russlands und Israels an der Biennale ausgesprochen und der Veranstaltung damit eine politische Dimension verliehen. Auch Brasilien und Osttimor präsentieren als Teil der lusophonen Welt ihre Beiträge.
Der russische Pavillon zeigt „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“, kuratiert von Anastasiia Karneeva mit Werken von rund 40 Künstlern. Israels Ausstellung „Rose des Nichts“ wurde von Michael Gov, Avital Bar-Shay und Sorin Heller konzipiert und präsentiert Arbeiten des Künstlers Belu-Simion Fainaru.
Am 30. April traten alle fünf Jurymitglieder gemeinsam zurück. Ihr Boykott richtete sich gegen Länder, deren Führungspersonen vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt sind. In der Folge wurden die Verleihungen des Goldenen Löwen verschoben und ein neues Abstimmungssystem unter dem Titel „Löwen der Besucher“ eingeführt. Die Preisträger werden nun erst am 22. November bekannt gegeben.
Die politischen Kontroversen der Biennale haben die Aufmerksamkeit von den künstlerischen Werken auf ethische Debatten gelenkt. Mit der Verzögerung der Preisverleihungen und dem überarbeiteten Wahlmodell bleibt die Veranstaltung von Streitigkeiten überschattet. Die endgültigen Entscheidungen über die Auszeichnungen werden noch in diesem Jahr fallen.






