07 June 2026, 02:12

Pflegereform: Warum Experte Werding vor neuen Belastungen für Familien warnt

Wirtschaftsberater: Lassen Sie Kinder nicht für die Altenpflege zahlen

Pflegereform: Warum Experte Werding vor neuen Belastungen für Familien warnt

Der Wirtschaftsexperte Martin Werding hat Bedenken gegen zwei geplante Änderungen im deutschen Pflegeversicherungssystem geäußert. Zum einen soll die finanzielle Verantwortung erwachsener Kinder für die Pflegekosten ihrer Eltern vorgezogen werden. Zum anderen ist eine Erhöhung des Zuschlags für kinderlose Versicherte vorgesehen.

Werding warnt, dass diese Anpassungen ungewollte Probleme für Familien und ältere Menschen schaffen könnten.

Gegen den Plan, erwachsene Kinder früher an den Pflegekosten ihrer Eltern zu beteiligen, spricht sich Werding deutlich aus. Viele unterstützten bereits jetzt ihre älteren Angehörigen und entlasteten so die gesetzliche Pflegeversicherung, argumentiert er. Eine frühere Heranziehung zu den Kosten würde die jüngere Generation übermäßig belasten.

Gleichzeitig befürwortet er eine Anhebung des Zuschlags für kinderlose Versicherte in der Pflegeversicherung. Derzeit liegt dieser bei 0,6 Prozent, doch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken prüft eine Erhöhung auf 0,7 Prozent. Werding sieht darin einen sinnvollen Schritt, um die Finanzierung des Systems auszugleichen.

Allerdings äußert er auch Sorgen über eine weitere mögliche Folge der Reform: Wenn Senioren befürchten, durch die Änderungen finanziell stärker belastet zu werden, könnten sie sich aus Angst ganz von der Inanspruchnahme sozialer Hilfsangebote abhalten. Damit bliebe älteren Menschen in prekären Situationen die nötige Unterstützung verwehrt.

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Die geplanten Reformen zielen darauf ab, die Finanzierungslücken in der deutschen Pflegeversicherung zu schließen. Doch Werdings Warnungen machen deutlich, welche Risiken sie für Familien und ältere Bürger bergen könnten. Die Regierung wird diese Bedenken abwägen müssen, wenn sie über die nächsten Schritte entscheidet.

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