07 May 2026, 04:11

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Streifen gegen Online-Gefahren

Polizeibeamte in Uniform stehen vor einer Menge, einige halten Waffen, mit Absperrungen und Schildern im Vordergrund und Gebäuden, Laternenmasten und Bäumen im Hintergrund während einer Anti-Terror-Operation in Wien, Österreich.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Streifen gegen Online-Gefahren

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Ausbau aus

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligenz (OSINT). Die Initiative umfasst erweiterte Schulungen, neue Spezialeinheiten und moderne Technologien zur Überwachung von Online-Bedrohungen. Ziel der Behörden ist es, die Reaktion auf politisch motivierte Straftaten und schnell eskalierende Sicherheitsrisiken zu verbessern.

Das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss vermittelt OSINT mittlerweile als Kernkompetenz. Der 37-jährige Ausbilder Marc Restemeyer leitet dort Kurse für Nachwuchskräfte und Beamte, die in die neu gegründeten „Digitalen Streifen“ wechseln. Sein Team entwickelte ein Online-Schulungsprogramm, das sicherstellt, dass die Teilnehmer rechtliche Vorgaben einhalten und einsatzbereit sind.

Beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf leitet Fabian Coenen (42) die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team wuchs von zwei auf 16 Fachkräfte – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Die Aufstockung ist Teil einer breiteren Personaloffensive im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“, das im September 2024 an den Start ging.

Allein beim LKA kamen durch das Projekt zehn neue Beamte hinzu, sechs davon in Coenens Einheit. Fast 100 weitere Kräfte in sechs Regionalbehörden unterstützen mittlerweile OSINT-Operationen. Diese Einheiten liefern bei dringenden Fällen mit Bezug zur nationalen Sicherheit schnelle Rechercheergebnisse – basierend auf öffentlich zugänglichen Daten aus sozialen Medien und anderen Online-Quellen.

Zudem setzt die nordrhein-westfälische Polizei auf KI-gestützte Arbeitsplätze und verdeckte virtuelle Ermittlungen. Damit sollen extremistische Aktivitäten, Desinformationskampagnen und andere digitale Bedrohungen besser überwacht werden.

Die Ausweitung markiert einen Wandel im Umgang der deutschen Sicherheitsbehörden mit Online-Risiken. Mit mehr geschultem Personal, spezialisierten Einheiten und moderner Technik können die Behörden nun schneller auf digitale Gefahren reagieren. Das Programm stellt sicher, dass die Beamten innerhalb des rechtlichen Rahmens agieren – bei gleichzeitig verbesserten Fähigkeiten zur Informationsbeschaffung.

Quelle