Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsmarkt-Trend mit Rekordbau und Sozialwohnungen
Toralf ZänkerMönchengladbach trotzt dem Wohnungsmarkt-Trend mit Rekordbau und Sozialwohnungen
Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter – doch Mönchengladbach setzt gegen den Trend
Die Wohnungspreise in Deutschland klettern weiterhin: Im ersten Quartal 2025 stiegen sie um weitere 3,2 Prozent. Gleichzeitig wird in Nordrhein-Westfalen so wenig gebaut wie seit 14 Jahren nicht mehr. Doch eine Stadt hebt sich ab: Mönchengladbach hat seine Wohnungsbauproduktion fast verdreifacht und gibt deutlich mehr für den sozialen Wohnungsbau aus als zuvor.
In ganz Deutschland steigen die Kosten für Wohngebäude weiter an. Die aktuellen Zahlen zeigen einen Preisanstieg von 3,2 Prozent im ersten Quartal 2025. Gleichzeitig sind die Finanzierungskosten für Bauprojekte stark gestiegen. Seit 2022 haben sich die Kreditzinsen von nahe null auf drei bis vier Prozent erhöht.
Nordrhein-Westfalen spürt die Folgen besonders. 2025 wurden im Land nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zu 2024 und der niedrigste Stand seit 2011. Die Bauquote liegt nun bei 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und damit deutlich unter den Vorjahren.
Mönchengladbach jedoch entwickelt sich deutlich besser als der Landesdurchschnitt. Die Stadt baute 2025 insgesamt 758 Wohnungen – fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner liegt sie auf Platz drei unter den 22 kreisfreien Städten der Region und übertrifft den Landeswert um 43 Prozent.
Gleichzeitig hat die Stadt ihre Ausgaben für bezahlbaren Wohnraum massiv erhöht. 2021 wurden nur fünf Prozent des Etats für sozialen Wohnungsbau genutzt. 2024 stieg dieser Anteil auf 274 Prozent. 2025 bewilligte Mönchengladbach Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr zuvor. Ein Großteil dieser Mittel stammt aus der 2023 gestarteten Wohnungsbauinitiative, für die die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau mit 43 Millionen Euro ausgestattet wurde.
Während in den meisten Regionen Deutschlands die Baukosten steigen und die Bautätigkeit nachlässt, setzt Mönchengladbach ein positives Zeichen. Die Stadt hat nicht nur ihre Bauaktivitäten stark ausgeweitet, sondern auch die Förderung von Sozialwohnungen deutlich erhöht. Angesichts der nach wie vor hohen Kreditzinsen bietet ihr Ansatz ein seltenes Beispiel für Wachstum in einem schwierigen Marktumfeld.






