Komplexe Sprache im Gründer-Pitch erhöht die Chance auf Investorengelder
Janin FinkeKomplexe Sprache im Gründer-Pitch erhöht die Chance auf Investorengelder
Eine neue Studie zeigt: Wer in Gründer-Pitches eine komplexe Sprache verwendet, erhöht damit deutlich die Chancen auf Erfolg bei der Kapitalbeschaffung. Forscher der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München haben untersucht, wie differenzierte Kommunikation die Entscheidungen von Investoren beeinflusst.
Das Team analysierte 547 Pitches auf der TechCrunch Disrupt mithilfe computergestützter Methoden. Dabei stellte sich heraus, dass Gründer, die in ihrer Sprache mehr kognitive Komplexität zeigten, kompetenter und glaubwürdiger wirkten. Eine randomisierte Studie mit 240 Entscheidungsträgern bestätigte diesen Trend: Je anspruchsvoller die Sprache, desto höher fielen die Finanzierungsangebote aus.
Allerdings warnen die Forscher auch vor Risiken. Zu komplexe Formulierungen können Investoren überfordern oder den Eindruck erwecken, der Gründer sei unentschlossen. Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betont die Notwendigkeit eines ausgewogenen Sprachstils und unterstreicht, wie wichtig kritisches Denken in der unternehmerischen Kommunikation ist.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlicht. Als Praxisbeispiel nennen die Autoren das Fintech-Unternehmen N26, das nach einem überzeugend komplexen Pitch über 10 Millionen US-Dollar einsammelte.
Die Studie belegt einen klaren Zusammenhang zwischen sprachlicher Differenziertheit und Erfolg bei der Kapitalbeschaffung. Gründer, die es schaffen, die richtige Balance zwischen Komplexität und Klarheit zu finden, könnten sich damit einen finanziellen Vorteil verschaffen. Die Forschung liefert wertvolle Handlungsempfehlungen für Startups, die sich auf Investoren-Pitches vorbereiten.






