KI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überfällige Reform des Bildungssystems?
Salvatore HarloffKI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überfällige Reform des Bildungssystems?
Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, an jeder deutschen Schule eigene KI-Beauftragte einzuführen. Diese Fachkräfte sollen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu künstlicher Intelligenz beraten – von ihren Anwendungsmöglichkeiten über Risiken bis hin zu Datenschutzbestimmungen. Zudem sieht der Plan einen Selbstlernkurs für Lehramtsstudierende vor, um Pädagoginnen und Pädagogen besser auf den Einsatz von KI im Unterricht vorzubereiten.
Die vorgeschlagenen KI-Beauftragten würden in den Schulen vielfältige Aufgaben übernehmen: Sie sollten schulinterne Fortbildungen entwickeln, bei der Planung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten mit KI mitwirken und neue Prüfungsformate erproben. Auch die Organisation von Informationsveranstaltungen für Eltern und Schülerinnen und Schüler läge in ihrem Verantwortungsbereich. Um die Verbindlichkeit der Rolle zu stärken, empfiehlt der Vorschlag, diese Position mit Beamtinnen oder Beamten zu besetzen.
Stellt die Regierung den Schulen ein offizielles KI-Tool zur Verfügung, würde dieses die Einhaltung des Datenschutzes gewährleisten und die Kosten übernehmen. Dies könnte die Verantwortung von den einzelnen Lehrkräften nehmen. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, dass Lehrkräfte große Sprachmodelle (KI-Sprachmodelle) zur Entlastung ihres Arbeitsalltags nutzen dürfen – hier stellen sich jedoch Fragen zur Datensicherheit.
Der Vorstoß für mehr KI-Bildung kommt zu einer Zeit, in der Referendarinnen und Referendare berichten, sich auf die realen Herausforderungen im Klassenzimmer unzureichend vorbereitet zu fühlen. Viele kritisieren ihre Ausbildung als zu theorielastig und nicht praxisnah genug für die Anforderungen moderner Pädagogik. Gleichzeitig fordert der Bundeselternrat Reformen veralteter Schulstrukturen, die den aktuellen Bedürfnissen nicht mehr gerecht würden.
Unabhängig davon sind die Ausbildungsquoten für Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten bundesweit rückläufig – nur Bayern hält als letztes Bundesland noch an entsprechenden Programmen fest. Das Ministerium hat ein klares Ziel formuliert: einheitliche Standards für den KI-Einsatz in Schulen und die Interaktion mit Schülerinnen und Schülern zu schaffen.
Der Vorschlag skizziert einen strukturierten Ansatz für den Einsatz von KI in der Bildung, mit spezialisiertem Personal und gezielten Fortbildungsangeboten. Wird er umgesetzt, erhielten Schulen klarere Leitlinien für den Technologieeinsatz, während Lehrkräfte mehr praktische Unterstützung erfahren würden. Zudem greift der Plan übergeordnete Probleme auf – von veralteten Systemen bis hin zur dringend notwendigen Modernisierung der Lehrerausbildung.






