26 April 2026, 10:12

Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als "reinen Wahnsinn"

Eine Liniengrafik, die die CO2-Emissionen in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als "reinen Wahnsinn"

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hat gefordert, das Emissionshandelssystem der Europäischen Union (EU-ETS) entweder abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Seine Begründung: Die aktuellen Regeln setzten die europäische Industrie in einem schweren Wettbewerbsnachteil gegenüber globalen Konkurrenten, die von niedrigeren Kosten und stärkerer staatlicher Unterstützung profitierten.

Das EU-ETS funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen und ermöglicht Unternehmen den Handel mit Zertifikaten. Ziel ist es, Firmen durch die schrittweise Verknappung der verfügbaren Berechtigungen zu klimafreundlichen Investitionen zu bewegen. Doch Kullmann bezeichnet das System angesichts der heutigen Wirtschaftslage als "reinen Wahnsinn für Europa".

Er argumentiert, europäische Unternehmen stünden nun Wettbewerbern gegenüber, die von günstigerer Energie, preiswerteren Rohstoffen und staatlicher Förderung profitierten. Der geplante CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), der eigentlich für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen soll, sei nichts weiter als ein "bürokratischer Trick ohne echte Wirkung".

Unter Kullmanns Führung hat sich Evonik zu einem Vorreiter in der Emissionsreduzierung entwickelt. Dennoch besteht er darauf, dass das ETS nicht mehr zur aktuellen globalen Wirtschaftsrealität passe und entweder abgeschafft oder von Grund auf neu gestaltet werden müsse.

Kullmanns Kritik unterstreicht die wachsenden Bedenken gegenüber der Klimapolitik der EU. Sein Aufruf zur Reform spiegelt die Sorge wider, dass die europäische Industrie ohne Anpassungen des Emissionshandels an Boden verlieren könnte. Die Debatte darüber, wie sich Umweltziele mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen lassen, wird voraussichtlich weitergehen.

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