11 May 2026, 02:15

Digitalfunk BOS in Essen: Wie Rettungskräfte ihre Kommunikation für die Zukunft rüsten

Feuerwehrleute in Schutzausrüstung arbeiten an einem Feuerhydranten mit Rohren und Ventilen im Hintergrund.

Digitalfunk BOS in Essen: Wie Rettungskräfte ihre Kommunikation für die Zukunft rüsten

Einsatzkräfte in Essen präsentieren Stärken und Zukunftsperspektiven des Digitalfunks BOS

Beim diesjährigen „Blaulicht-Tag“ in Essen demonstrierten Rettungskräfte die Leistungsfähigkeit und das Potenzial des Digitalfunks BOS. Das System, das bereits zuverlässig Sprachübertragungen und kurze Datennachrichten bewältigt, steht nun vor der Herausforderung, moderne Anforderungen wie Telemedizin und Echtzeit-Kartierung zu meistern.

Der aktuelle Digitalfunk BOS garantiert stabile Kommunikation für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste – selbst bei großflächigen Störungen. Seine Robustheit bewies er etwa während eines Stromausfalls in Berlin im September 2022, als andere Netze ausfielen. Fachleute betonen jedoch den dringenden Bedarf an einem eigenen, krisensicheren Breitbandnetz, das im Ultrahochfrequenzbereich zwischen 470 und 694 Megahertz betrieben wird.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul unterstrich die lebenswichtige Bedeutung zuverlässiger Kommunikation in Notlagen. Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister warnte, dass ein Verlust der Kontrolle über diese Frequenzen die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte schwer beeinträchtigen würde. Die Federführung für das Projekt liegt beim Innenministerium Nordrhein-Westfalen, während der Zentrale Polizeidienst die Pressearbeit für die Veranstaltung übernimmt.

Im Mittelpunkt der Diskussionen beim „Blaulicht-Tag“ stand die Erweiterung des Systems um moderne Funktionen wie Live-Lagebilder und ferngesteuerte medizinische Konsultationen. Ohne ein abgesichertes Breitbandnetz droht Einsatzkräften in großflächigen Katastrophen der Verlust der Kommunikationsverbindungen.

Die Veranstaltung in Essen machte deutlich: Zwar erfüllt der Digitalfunk BOS seine Grundaufgaben zuverlässig, doch für zukünftige Anforderungen ist ein eigenes Breitbandnetz unverzichtbar. Die Rettungskräfte müssen die Hoheit über ihre Frequenzen behalten, um auch in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Die Bemühungen um eine Modernisierung des Systems gehen weiter – mit dem Ziel, die kritische Infrastruktur nachhaltig zu schützen.

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