Bundesrat fordert schärfere Tierschutzregeln für Lebendtiertransporte in Drittstaaten
Agata HübelBundesrat fordert schärfere Tierschutzregeln für Lebendtiertransporte in Drittstaaten
Bundesrat pocht auf strengere Regeln für Tiertransporte in Drittstaaten
Der deutsche Bundesrat hat eine klare Position zur Verbesserung des Tierschutzes bei Exporten in Länder außerhalb der EU bezogen. Am 26. September 2025 verabschiedete er einen Beschluss, der schärfere Vorschriften für den Lebendtiertransport fordert. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Bedenken wegen Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen und bestehenden Regelungslücken.
Die von Nordrhein-Westfalen eingebrachte Resolution benennt gravierende Mängel im aktuellen System. Den Behörden fehlen bisher die Befugnisse, um Tierschutzverstöße während des Transports zu unterbinden – die Tiere bleiben damit schutzlos. Als Konsequenz drängt der Bundesrat darauf, dass die EU-Kommission die Kompetenz erhält, Ermittlungen einzuleiten und Exporte bis zur Behebung der Missstände auszusetzen.
Künftig sollen Tiertransporte in Drittländer laut den neuen Forderungen nur noch genehmigt werden, wenn diese Staaten sich verbindlich zum Terrestrischen Tierschutzcode der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) bekennen. Zudem fordert die Resolution rechtlich verbindliche EU-weite Standards, um künftige Verstöße zu verhindern. Kritisch hinterfragt wird auch die Entscheidung der Bundesregierung aus dem Jahr 2023, bilaterale tierärztliche Gesundheitszeugnisse für Zuchttierexporte zurückzuziehen – ob dieser Schritt tatsächlich dem Tierschutz dient, bleibt fraglich.
Der Bundesrat besteht darüber hinaus darauf, dass künftige tierärztliche Bescheinigungen klare Tierschutzauflagen enthalten müssen. Dies folgt auf wiederholte Vorfälle von Misshandlungen während des Transports, wobei Behörden warnen, dass sich solche Fälle ohne verschärfte Schutzmaßnahmen wiederholen könnten.
Der Beschluss skizziert konkrete Schritte, um Kontrollen zu verschärfen und die Bedingungen für exportierte Tiere zu verbessern. Werden die Maßnahmen auf EU-Ebene umgesetzt, hätten die Behörden mehr Spielraum, um Tierschutzstandards durchzusetzen und nicht konforme Transporte zu stoppen. Die Bundesregierung ist nun aufgefordert, ihre Politik im Einklang mit diesen Empfehlungen zu überprüfen.






