Bergisch Gladbach spart 3,8 Millionen Euro durch radikale Haushaltskürzungen ein
Janin FinkeBergisch Gladbach spart 3,8 Millionen Euro durch radikale Haushaltskürzungen ein
Bergisch Gladbach hat durch umfassende Haushaltskürzungen 3,8 Millionen Euro eingespart. Die Maßnahmen betreffen mehrere Bereiche, darunter die Flüchtlingshilfe, die Feuerwehr und die Jugendkultur. Es wird zwar kein Personal entlassen, doch einige Stellen werden schrittweise abgebaut oder länger unbesetzt bleiben.
Der Stadtrat hat 100 einzelne Kürzungen beschlossen, um die Ausgaben zu senken. Die größte Einzelersparnis in Höhe von 371.000 Euro ergibt sich aus der vorübergehenden Schließung der Hermann-Löns-Halle als Flüchtlingsunterkunft. Schulen, die Straßeninstandhaltung und das Gelände der ehemaligen Zanders-Papierfabrik blieben hingegen von Kürzungen verschont.
Ein Schwerpunkt lag auf den Personalkosten. Freie Stellen werden nun sechs Monate lang nicht besetzt, was theoretisch jährlich 2,8 Millionen Euro spart. Offene Positionen werden zunächst intern ausgeschrieben, und befristete Verträge werden überprüft. Zudem entfallen 12 geplante Neueinstellungen und 7 bestehende Stellen, ohne dass es zu Entlassungen kommt. Beförderungen im öffentlichen Dienst werden künftig nur noch zweimal jährlich vorgenommen, was die jährlichen Kosten um 32.000 Euro reduziert.
Weitere Einsparungen ergeben sich durch den Verzicht auf den postalischen Versand von Steuer- und Gebührenbescheiden, wodurch in diesem Jahr 37.300 Euro und in den Folgejahren bis zu 50.500 Euro gespart werden. Die Begrenzung von Dolmetscherdiensten in der Kinder- und Jugendhilfe bringt eine Ersparnis von 13.600 Euro. Die Stadt reduziert zudem ihren Versicherungsschutz und übernimmt damit höhere Risiken. Zudem werden die Personalausgaben auf dem Stand von 2026 eingefroren, um künftige Kostensteigerungen abzufedern. Die Einschränkung der Übertragbarkeit nicht genutzter Urlaubstage hat bereits zu einer einmaligen Ersparnis von 1,7 Millionen Euro geführt.
Besonders stark betroffen ist die Feuerwehr, bei der die Einsparungen über 300.000 Euro liegen. Insgesamt hat die Stadt ihr Sparziel von 3,8 Millionen Euro für 2026 und die beiden folgenden Jahre übertroffen. Die Kürzungen haben die Betriebskosten um 1,3 Millionen Euro und die Personalkosten um 2,5 Millionen Euro gesenkt. Damit wurde das Ziel erreicht, in diesem Jahr und in den kommenden Jahren mindestens 1,3 Millionen Euro bei den Betriebskosten einzusparen. Alle Maßnahmen sind darauf ausgelegt, die Ausgaben zu kontrollieren, ohne dass es zu unmittelbaren Stellenstreichungen kommt.
