07 June 2026, 08:12

50.000 feiern und kämpfen beim 27. Lissaboner CSD gegen Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern und kämpfen beim 27. Lissaboner CSD gegen Rückschritte

Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD – mit 50.000 Teilnehmenden auf der Straße

Am Samstag fand in Lissabon der 27. Christopher Street Day (CSD) statt, der rund 50.000 Menschen auf die Straßen lockte. Um 17 Uhr startete der Umzug am Marquês-de-Pombal-Platz unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Die Veranstalterinnen und Veranstalter betonten, dass die Parade sowohl ein Fest als auch ein Protest gegen die wachsenden Angriffe auf die Rechte von LSBTIQ -Personen sei.

An der Demonstration beteiligten sich 17 Vereine und Kollektive, die sich für queere Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen. Viele Rednerinnen und Redner warnten, dass sich die politische Landschaft in Portugal zunehmend gegen errungene Schutzrechte wende. Besonders bedroht ist das Gesetz 38/2018, das die selbstbestimmte Geschlechtsidentität ohne medizinische oder behördliche Hürden ermöglicht – ein Vorhaben, das die Organisatorinnen als direkten Angriff auf die Community brandmarkten.

Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) bezeichnete die Stimmung als zwiespältig: Einerseits feiere man die Sichtbarkeit, andererseits herrsche angesichts eines „Rückschritts bei den Rechten“ Besorgnis. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief zur Teilnahme auf und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die gezielt die Freiheiten von LSBTIQ -Personen angreife. Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für 2025 noch größere Teilnehmerzahlen – als Reaktion auf die verschärfte politische Feindseligkeit.

Mit Transparenten und Sprechchören unterstrichen die Demonstrierenden ihren Widerstand und ihre Sichtbarkeit. Die Atmosphäre war geprägt von Solidarität und Entschlossenheit, als Familien, Aktivistinnen, Aktivisten und Unterstützerinnen Seite an Seite durch das Stadtzentrum zogen.

Der CSD 2024 endete mit Appellen zu weiterem Wachsamkeit und Mobilisierung. Die Organisatorinnen betonten, dass der Kampf um Gleichberechtigung dringender denn je sei – besonders angesichts der Bedrohung rechtlicher Schutzmechanismen. Angesichts der erwarteten noch höheren Beteiligung im nächsten Jahr zeigte die Veranstaltung sowohl die Resilienz der Community als auch die bevorstehenden Herausforderungen.

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