07 May 2026, 00:15

10-Euro-Eintritt beim Gräfrath-Marktfest spaltet Solingen: Senioren protestieren gegen soziale Ungerechtigkeit

Schwarzer und weißer Plakataufruf für eine öffentliche Versammlung mit dem Titel "Kaltes Badfeld, Nationalkonvent, Rechte des Volkes."

10-Euro-Eintritt beim Gräfrath-Marktfest spaltet Solingen: Senioren protestieren gegen soziale Ungerechtigkeit

Eintrittsgeld von 10 Euro: Gräfrath-Marktfest in Solingen löst Streit aus

Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen sorgt für Kontroversen, nachdem die Veranstalter eine Eintrittsgebühr von 10 Euro eingeführt haben. Der Solinger Seniorenbeirat – insbesondere seine Arbeitsgruppe gegen Altersarmut – kritisiert die Kosten als ungerecht für ältere Bürger mit festem Einkommen. Die Organisatoren rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitsausgaben, doch Gegner argumentieren, sie untergrabe die bisherige Offenheit und Gemeinschaft des Festes.

Das einst für seine unkomplizierte und einladende Atmosphäre bekannte Fest verlangt nun von den Besuchern 10 Euro Eintritt. Davon werden lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet – für viele Senioren eine finanzielle Hürde. Der Seniorenbeirat weist darauf hin, dass Altersarmut in Solingen ein wachsendes Problem ist und viele ältere Menschen mit knappen Budgets auskommen müssen.

Für Senioren hat das Fest einen besonderen Stellenwert: Es bietet eine seltene Gelegenheit für sozialen Austausch und Gemeinschaftserlebnisse. Der Beirat hält entgegen, dass ein einziger kostenloser Familientag am Sonntag älteren Menschen, die allein leben und möglicherweise keine Angehörigen haben, kaum hilft. Stattdessen schlägt er Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Seniorenrabatte oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt.

Die Veranstalter betonen, dass höhere Sicherheitskosten die Einführung der Gebühr erzwungen hätten. Kritiker fragen jedoch, ob diese Ausgaben allein die Besucher tragen sollten – insbesondere diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können. Die Debatte hat sich zu einer grundsätzlichen Diskussion über die Bezahlbarkeit lokaler Veranstaltungen und die Verteilung der finanziellen Last ausgeweitet.

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Der Streit um das Eintrittsgeld spiegelt tiefere Bedenken wider: den Zugang zu Gemeinschaftsveranstaltungen für benachteiligte Gruppen. Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für fairere Preismodelle ein, um älteren Bürgern die Teilnahme zu ermöglichen. Die Umstellung auf kostenpflichtigen Eintritt markiert indes einen deutlichen Bruch mit der langjährigen Tradition des kostenlosen Festes.

Quelle