Zoll verschärft Kontrollen: Manipulierte Lkw-Tanks fliegen jetzt auf
Toralf ZänkerZoll verschärft Kontrollen: Manipulierte Lkw-Tanks fliegen jetzt auf
Zollbehörden haben die Kontrollen von Kraftstofftanks in Lkw an den Grenzen verschärft. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass Spediteure durch manipulierte Tanks Steuerlücken ausnutzen. Bei Inspektionen wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Fälle von Steuerhinterziehung aufgedeckt.
Beamte in Aachen entdeckten kürzlich Kühltransporter mit nicht normgerechten Kraftstoffbehältern. Diese größeren Tanks fassen zwischen 550 und 800 Liter und ersetzen die ursprünglichen Versionen mit 235 bis 245 Litern. Spediteure nutzen sie, um zusätzliches Diesel mitzuführen, das sie günstiger in ihrem Heimatland getankt haben.
In der Türkei zahlen Fahrer zwischen 56 und 70 Cent pro Liter für Diesel. Kraftstoff in Standardtanks ist bei Grenzübertritten zollfrei, doch diese Befreiung gilt nicht für nachgerüstete Behälter. Die Behörden erheben nun einen Zuschlag auf rückständige Steuern, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Der Kraftstoff in manipulierten Tanks unterliegt der Energiesteuer und der Einfuhrumsatzsteuer.
Bei bundesweiten Kontrollen im Jahr 2021 wurden zahlreiche Verstöße festgestellt. Durch diese Maßnahmen konnten sechsstellige Beträge an Energiesteuereinnahmen zurückgeführt werden. Die neuen Regelungen stellen sicher, dass sämtlicher Kraftstoff in nicht standardisierten Tanks korrekt besteuert wird. Spediteure mit größeren Tanks müssen beim Grenzübertritt mit zusätzlichen Kosten rechnen. Die Zollbehörden überwachen die Einhaltung der Vorschriften weiterhin genau.
