"Xanny"-Kult unter Jugendlichen: Wie Xanax zur gefährlichen Trenddroge wurde
Janin Finke"Xanny"-Kult unter Jugendlichen: Wie Xanax zur gefährlichen Trenddroge wurde
Der Begriff "Xanny" – ein Slangausdruck für das verschreibungspflichtige Medikament Xanax – hat sich tief in der Jugendkultur verankert. Oft in Musik und Kunst verherrlicht, hat sein Konsum unter jungen Erwachsenen stark zugenommen und löst Besorgnis über eine Verharmlosung und gesundheitliche Risiken aus.
Xanax, generisch als Alprazolam bekannt, wurde ursprünglich zur Behandlung von Angststörungen und Panikattacken verschrieben. Doch seine Beliebtheit als Rauschmittel ist gestiegen, insbesondere bei 18- bis 25-Jährigen. Viele in dieser Altersgruppe mischen es mit Cannabis, was das Risiko für Abhängigkeit und psychische Probleme erhöht.
Künstler und Musiker haben maßgeblich dazu beigetragen, das Image der Substanz zu prägen. Bryan Lewis Saunders etwa dokumentierte in Selbstporträts seine eigenen Drogenerfahrungen und beeinflusste so subtil die öffentliche Wahrnehmung. Gleichzeitig wird Xanax in der zeitgenössischen Hip-Hop- und Rapkultur häufig thematisiert und damit weiter in Jugendtrends verankert.
Prominente Persönlichkeiten wie Billie Eilish haben das Medikament in den öffentlichen Diskurs gerückt. Ihr Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" aus dem Jahr 2019 setzt sich direkt mit dem Xanax-Konsum auseinander und löste breite Debatten aus. Auch der deutsche Rapper Money Boy erwähnte die Substanz in seinen Texten und festigte so ihre Präsenz in der Musikszene.
Die leichte Verfügbarkeit verschärft das Problem. In Städten wie München ist Xanax oft einfacher zu beschaffen als Opioide oder Valium. Diese Zugänglichkeit, kombiniert mit kultureller Verherrlichung, begünstigt den Missbrauch.
Der Aufstieg von Xanax in der Jugendkultur spiegelt einen größeren Wandel im Umgang mit dem Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente wider. Während Künstler und Musiker seine Sichtbarkeit verstärken, warnen Gesundheitsexperten vor langfristigen Folgen: Abhängigkeit, soziale Beeinträchtigungen und eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen zeigt sich kein Ende des Trends.






