Wuppertals marodes Polizeirevier: Asbest, Legionellen und ein 325-Millionen-Streit
Toralf ZänkerWuppertals marodes Polizeirevier: Asbest, Legionellen und ein 325-Millionen-Streit
Streit um marodes Polizeigebäude in Wuppertal eskaliert: Asbest, Legionärskrankheit und Millionenkosten
Der seit Langem schwelende Konflikt um das heruntergewirtschaftete Polizeigebäude an der Müngstener Straße in Wuppertal hat eine neue Wendung genommen. Das von Asbestbelastung, Legionärskrankheits-Ausbrüchen und maroder Infrastruktur gezeichnete Gebäude steht nun im Mittelpunkt eines finanziellen und politischen Streits. Aktuelle Entscheidungen zu Mietsenkungen und Sanierungsbudgets haben die Gemüter weiter erhitzt.
Jahre der Vernachlässigung haben das Polizeirevier in einen desolaten Zustand versetzt. Beamte mussten mit defekten Duschen, Heizungsausfällen und Abwasser-Rückstau kämpfen – ganz zu schweigen von ernsthaften Gesundheitsrisiken wie Legionärskrankheit und Asbestbelastung. Trotz dieser Missstände liegt das Gebäude, das im Besitz der Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement (BLB) ist, im Clinchen mit dem Innenministerium: Streitpunkte sind dringende Reparaturen und die Mietkosten.
Im Januar willigte die BLB in eine rückwirkende Mietsenkung um 36 Prozent ein, gültig ab Jahresbeginn. Zuvor hatte sie eine drastische Erhöhung gefordert – von der aktuellen Jahresmiete von vier Millionen Euro auf rund 30 Millionen Euro nach der Sanierung. Das Innenministerium hatte ursprünglich maximal 173 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt, doch die Kosten sind mittlerweile auf geschätzte 325 Millionen Euro explodiert – fast das Doppelte der ursprünglichen Planung.
Die Lage spitzte sich zu, als Innenminister Herbert Reul in privaten Gesprächen mit Finanzminister Markus Opdendrenk höhere Mietzahlungen bewilligte. Dieser Schritt löste innerhalb des Ministeriums Empörung aus und führte zur offiziellen Beschwerde eines hohen Beamten. Die Staatsanwaltschaft wurde wegen des Verdachts auf Untreue eingeschaltet, doch die Düsseldorfer Behörde sah später keine Verstöße seitens Reuls.
Kritik an der intransparenten Vorgehensweise wird immer lauter. Sowohl der Bund der Steuerzahler als auch Oppositionsparteien hinterfragen die Entscheidungsprozesse – insbesondere, da das Sanierungsbudget weiterhin umstritten ist. Das Gebäude benötigt dringend Reparaturen und teilweise einen Neubau, doch Finanzierung und Verantwortlichkeiten sind nach wie vor ungeklärt.
Das Polizeigebäude in Wuppertal bleibt in desolatem Zustand, während die Sanierung an finanziellen Streitigkeiten scheitert. Zwar bringt die Mietsenkung vorläufig Entlastung, doch die endgültigen Sanierungskosten belaufen sich nun auf 325 Millionen Euro – weit über den ersten Schätzungen. Die juristischen und politischen Folgen des Konflikts halten an, auch wenn die Staatsanwaltschaft Reul von Fehlverhalten freigesprochen hat.






