Wirtschaftsexpertin Ulrike Malmendier muss Sachverständigenrat im Februar 2026 verlassen

Salvatore Harloff
Salvatore Harloff
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Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".Salvatore Harloff

Wirtschaftsexpertin Ulrike Malmendier muss Sachverständigenrat im Februar 2026 verlassen

Die renommierte Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier wird den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Anfang Februar 2026 verlassen, nachdem eine Verlängerung ihrer Amtszeit blockiert wurde. Sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Bundeskanzlei lehnten ihre weitere Mitgliedschaft ab und begründeten dies mit Bedenken gegenüber ihrer wirtschaftspolitischen Haltung. Die Entscheidung hat in politischen wie akademischen Kreisen Kritik ausgelöst.

Malmendier war 2022 in den Rat berufen worden und brachte mit ihrer Expertise frische Impulse in die wirtschaftspolitischen Debatten. Ihre Ernennung galt als bedeutender Erfolg, da sie zu den international führenden Ökonominnen zählt. Während ihrer Amtszeit setzte sie sich für Reformen wie Anpassungen beim vorzeitigen Renteneintritt ein und unterstützte Maßnahmen wie Steuererhöhungen und die Einführung von Euro-Bonds.

Die CDU, die das Vorschlagsrecht für ihren Posten innehat, führte die Opposition gegen ihre Verlängerung an. Vertreter der Partei argumentierten, ihre Positionen seien nicht hinreichend ordnungspolitisch ausgerichtet – ein Begriff, der marktwirtschaftliche Grundsätze beschreibt – und wichen damit von der traditionell liberalen Wirtschaftsausrichtung des Rates ab. Folglich endet ihre Amtszeit im Februar 2026, was ihren Einfluss auf die politische Diskussion vorzeitig begrenzt.

Jens Südekum, ein enger Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, bedauerte die Entscheidung. Er warnte, die abrupten Abberufung sende ein negatives Signal an die Wissenschaftsgemeinde und könnte unabhängige wirtschaftswissenschaftliche Expertise entmutigen.

Malmendiers Ausscheiden markiert eine Kursänderung im Sachverständigenrat hin zu einer strengeren Betonung marktliberaler Prinzipien. Der Schritt unterstreicht zudem die Spannungen zwischen politischen Prioritäten und akademischer Freiheit in wirtschaftspolitischen Beratungsgremien. Ihr Ausscheiden wird Ende Februar 2026 wirksam und hinterlässt eine Lücke in der Vielfalt der Perspektiven innerhalb des Rates.

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