Willich plant höhere Elternbeiträge – Familien protestieren gegen Gebührenerhöhungen
Salvatore HarloffWillich plant höhere Elternbeiträge – Familien protestieren gegen Gebührenerhöhungen
Willich steht unter finanziellem Druck und sucht nach Wegen, die Ausgaben zu senken und gleichzeitig zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Stadtverwaltung hat Änderungen bei den Elternbeiträgen für die Kinderbetreuung vorgeschlagen – ein Vorhaben, das unter Politikern und Familien kontroverse Diskussionen auslöst. Eltern reagieren verärgert auf mögliche Gebührenerhöhungen und Anpassungen bei Geschwisterrabatten.
Die Stadt strebt an, durch die Kürzung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro einzunehmen und weitere 100.000 Euro, indem die jährliche Erhöhung der Elternbeiträge auf drei Prozent begrenzt wird. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass es nicht um die vollständige Abschaffung der Geschwisterrabatte gehe, sondern um eine Neuregelung ihrer Anwendung.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung aufgefordert, die Richtlinien für Elternbeiträge bis zum 28. April zu überprüfen und zu aktualisieren. Noch wurden jedoch keine Beschlüsse gefasst, da die gewählten Vertreter die Vorschläge erst beraten und abstimmen müssen.
Gegenwind gibt es bereits: Die SPD-Fraktion argumentiert, der Haushaltsausgleich dürfe nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden. Gleichzeitig spricht sich der Jugendhilfeausschuss der Elternbeiräte (JAEB) gegen die Einführung von Geschwistergebühren und höhere Beitragsanpassungen aus.
In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen wird für die Kinderbetreuung bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr erhoben. Die laufenden Diskussionen über die Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich haben bisher kaum spürbare Verbesserungen gebracht – viele Familien fürchten nun steigende Kosten.
Mit den geplanten Änderungen könnten 600.000 Euro zusätzliche Einnahmen für Willich generiert werden. Bevor jedoch Anpassungen in Kraft treten, müssen die Pläne noch den politischen Entscheidungsprozess durchlaufen. Eltern und Interessenverbände äußern weiterhin vehementen Widerstand gegen die drohende finanzielle Belastung.






