Wiener Festwochen feiern Rekord mit 196.000 Besuchern und polarisierenden Highlights
Toralf ZänkerWiener Festwochen feiern Rekord mit 196.000 Besuchern und polarisierenden Highlights
Die Wiener Festwochen endeten mit Rekordbesucherzahlen und einer Mischung aus gefeierten und umstrittenen Aufführungen. Allein zur Eröffnungsveranstaltung auf dem Heldenplatz versammelten sich fast 196.000 Besucher – ein Höhepunkt in der 75-jährigen Geschichte des Festivals.
Milo Raus ambitionierte Produktion Republik der Götter lief fünf Wochen lang und wurde als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ beworben, passend zum Jubiläum des Festivals. Später gab Rau jedoch zu, dass der Versuch, alle religiösen Themen in einer einzigen Inszenierung zu vereinen, möglicherweise zu ehrgeizig gewesen sei. Seine Selbstkritik schmälert jedoch nicht den Erfolg des Festivals, das mit noch nie dagewesenen Besucherzahlen aufwarten konnte.
Zu den herausragenden Aufführungen zählten die Auftritte von Patti Smith sowie Florentina Holzingers Pfingstspiel. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ einen starken Eindruck. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau. Brigitta Muntendorfs Musiktheaterstück Der Tag davor setzte ein kraftvolles Zeichen gegen Gewalt.
Nicht alle Produktionen stießen auf Begeisterung: Die kollektive Interpretation der Nibelungensage durch Nesterval wurde als überladen kritisiert und fiel beim Publikum durch. Gob Squads interaktives Stück Turn bot zwar Publikumsteilnahme, löste aber nicht dieselben Diskussionen aus.
Das Festival präsentierte ein breites Spektrum – von kritisch gefeierten Werken bis hin zu polarisierenden Experimenten. Mit fast 196.000 Besuchern allein zur Eröffnung festigte es seinen Ruf als kultureller Magnet. Die Mischung aus Erfolg und Kontroverse unterstrich einmal mehr den Mut der Programmgestaltung.






