Wie ein Theaterstück den Mord an Walter Lübcke und die Gefahren des Rechtsextremismus aufarbeitet
Toralf ZänkerWie ein Theaterstück den Mord an Walter Lübcke und die Gefahren des Rechtsextremismus aufarbeitet
Ein neues Theaterstück untersucht den Aufstieg des rechtsextremen Extremismus in Deutschland – inspiriert vom Mord an Walter Lübcke
Der ehemalige Regierungspräsident von Kassel wurde 2019 ermordet, vier Jahre nach einem umstrittenen öffentlichen Auftritt. Die Produktion des Westfälischen Landestheaters setzt sich mit den Bedrohungen für die Demokratie und den täglichen Gefahren auseinander, denen Politikerinnen und Politiker ausgesetzt sind.
Am 14. Oktober 2015 hielt Walter Lübcke in Lohfelden eine Rede, in der er sich für die demokratischen Werte Deutschlands und die Rechtsstaatlichkeit einsetzte. Seine klare Haltung löste Wut bei rechtsextremen Demonstranten aus, die die Veranstaltung stören wollten. Unter ihnen befand sich Stephan Ernst – ein Mann, der den Behörden bereits wegen früherer Gewalttaten bekannt war, darunter der Messerangriff auf einen kurdischen Imam 1992 und der Bau von Bomben 1993.
In den folgenden vier Jahren radikalisierte sich Ernst weiter. Im Juni 2019 erschoss er Lübcke auf der Terrasse von dessen eigenem Haus. Der Mord erschütterte das Land und legte langjährige Versäumnisse im Umgang mit rechtsextremem Extremismus offen. Die Inszenierung des Westfälischen Landestheaters, unterstützt von Lübckes Familie und gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, stellt sich nun diesen Themen.
Die Eintrittspreise für die Vorstellung liegen zwischen 15 und 26 Euro, ermäßigt für Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwilligendienstleistende. Das Stück macht die realen Risiken deutlich, denen Politiker ausgesetzt sind – von digitaler Hetze bis hin zu körperlicher Gewalt.
Die Produktion dient als Mahnmal für die anhaltenden Gefahren für die Demokratie und die Folgen ungebremsten Extremismus. Indem sie Lübckes Geschichte aufgreift, unterstreicht sie die Notwendigkeit, wachsam gegen rechtsextreme Radikalisierung zu bleiben. Gleichzeitig wirft das Stück die Frage auf, warum Behörden solche Gewalt in der Vergangenheit oft verharmlost und entpolitisiert haben.






