04 April 2026, 16:12

Wie die Bundesrepublik 1955 zur Bundeswehr fand – ein umstrittenes Kapitel

Altes Buchcover mit einer zentralen Adlerillustration, Titel "Bundeswehr", datiert auf Oktober 1813, mit sichtbarem Text.

Wie die Bundesrepublik 1955 zur Bundeswehr fand – ein umstrittenes Kapitel

Der Weg der Bundesrepublik zur Wiederbewaffnung nach dem Zweiten Weltkrieg war von politischen Auseinandersetzungen, öffentlichem Widerstand und entscheidenden internationalen Entwicklungen geprägt. Der Prozess begann Anfang der 1950er-Jahre, doch Verzögerungen, Proteste und rechtliche Hürden verzögerten die offizielle Gründung der Bundeswehr bis 1955.

Erste Diskussionen über einen deutschen Militärbeitrag kamen während des Koreakriegs auf. 1951 gewann die Idee an Fahrt, stieß aber schnell auf Widerstand. Noch im selben Jahr wurde die kommunistisch geprägte Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) in Westdeutschland verboten. Die Proteste gegen die Wiederbewaffnung eskalierten 1952 gewaltsam, als die Polizei in Essen während einer Demonstration einen jungen FDJ-Anhänger erschoss.

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Ein geplantes Volksbegehren zur Wiederbewaffnung scheiterte 1951 am Veto des Innenministeriums. Gleichzeitig zerschlugen sich 1954 die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft, nachdem die französische Nationalversammlung den Vorschlag abgelehnt hatte. Dieser Rückschlag bremste die deutschen Militärpläne, bis ein neuer Ansatz gefunden wurde.

Am 12. November 1955 überreichte Theodor Blank – später erster Verteidigungsminister – die ersten Ernennungsurkunden an Offiziere und Unteroffiziere. Der Name Bundeswehr wurde jedoch erst am 1. April 1956 offiziell eingeführt. Die ersten Freiwilligen traten im Januar desselben Jahres ihren Dienst in Kasernen an, die Wehrpflicht folgte im Juli nach Zustimmung des Bundestags.

Den endgültigen Schritt vollzog die Bundesrepublik 1955 mit dem NATO-Beitritt. Damit festigte sich die Rolle der Bundeswehr als nationale Streitmacht und beendete Jahre der Debatten und des Widerstands.

1956 wurde die Bundeswehr operativ – geprägt von politischen Machtkämpfen und sich wandelnden Bündnissen. Die Einführung der Wehrpflicht und der Aufbau der Streitkräfte nahmen Gestalt an, nachdem jahrelang öffentliche Ablehnung und internationale Verhandlungen den Prozess begleitet hatten. Der Weg spiegelte die größeren Spannungen des Kalten Krieges wider sowie die Wiedereingliederung Westdeutschlands in die westliche Sicherheitsarchitektur.

Quelle