Watzke tritt als BVB-Geschäftsführer nach Missbrauchsvorwürfen zurück
Janin FinkeWatzke zu Vorwürfen von Missbrauch beim BVB: "Das läßt einen schaudern" - Watzke tritt als BVB-Geschäftsführer nach Missbrauchsvorwürfen zurück
Hans-Joachim Watzke ist als Geschäftsführer der BVB KGaA zurückgetreten – nur wenige Tage, nachdem er sich zu Missbrauchsvorwürfen bei Borussia Dortmund geäußert hatte. In einer emotionalen Rede während der Mitgliederversammlung des Vereins zeigte er sich schockiert und bekundete sein Mitgefühl für die Betroffenen. Die Enthüllungen haben eine umfassende Untersuchung der historischen Vorfälle ausgelöst.
Die Vorwürfe waren erstmals 2010 aufgetaucht, als Watzke sie dem damaligen Präsidenten Reinhard Rauball vorlegte. Wochen später teilte Rauball Watzke mit, die Angelegenheit sei erledigt. Dennoch wurde die beschuldigte Person in den Ältestenrat des Vereins wiedergewählt und arbeitete ab 2012 sogar als Mitarbeiter für die Vereinigung.
Zwei unabhängige Kanzleien wurden inzwischen damit beauftragt, die Missbrauchsvorwürfe zu prüfen. Die Person im Zentrum der Anschuldigungen ist nicht mehr bei Borussia Mönchengladbach beschäftigt. Watzke betonte, dass der Verein bei festgestellten Versäumnissen Konsequenzen ziehen werde, um sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle nie wiederholen.
Watzkes Rücktritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem er eigentlich als Präsident des eingetragenen Vereins ins Amt kommen sollte. Sein Abschied markiert das Ende einer langen Führungszeit, die nun von der Aufarbeitung vergangener Verfehlungen überschattet wird.
Die Ermittlungen zu den Missbrauchsvorwürfen werden unter der Leitung der beiden beauftragten Kanzleien fortgesetzt. Borussia Mönchengladbach hat zugesichert, etwaige Fehlverhalten, das im Rahmen der Untersuchungen aufgedeckt wird, aufzuarbeiten. Watzkes Ausscheiden steht für einen Wendepunkt, während der Verein sich mit der Bewältigung historischen Fehlverhaltens konfrontiert sieht.






