Wasserstoff-Aktien zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Nel ASA erholt sich leicht, Bloom Energy gibt nach
Salvatore HarloffWasserstoff-Aktien zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Nel ASA erholt sich leicht, Bloom Energy gibt nach
Wasserstoff- und Energiewerte erlebten diese Woche gemischte Entwicklungen. Während die Aktien von Bloom Energy nach einer langen Aufwärtsphase nachgaben, verzeichnete Nel ASA eine leichte Erholung von Rekordtiefs. Gleichzeitig verstärkten Zweifel an KI-Investitionen und der Wasserstoffnutzung in Städten wie Bielefeld die Markunsicherheit.
Die Aktie von Bloom Energy fiel am Freitag um 1,7 % und schloss bei 154,51 US-Dollar. Der Rückgang beendete eine anhaltende Rallye, die unter anderem auf enttäuschte Erwartungen nach einem großen Auftrag mit Oracle im vergangenen Jahr zurückzuführen ist. Anleger hatten auf Folgeaufträge gehofft, doch diese blieben bisher aus.
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA sah seinen Aktienkurs von seinem Allzeittief von 0,17 Euro (erreicht am 7. März 2025) um etwa 9 % auf 0,192 Euro steigen – ein Plus von 2,5 % zum Handelsstart in Stuttgart. Trotz dieses Anstiegs meldete das Unternehmen für 2025 einen Umsatzrückgang um 31 % auf 963 Millionen norwegische Kronen (NOK) sowie Rekordverluste von 1,27 Milliarden NOK. Abschreibungen auf veraltete Technologien belasteten die Bilanz, doch ein starker Anstieg der Auftragsbestände – um 34 bis 364 % auf 1,319 Milliarden NOK – nährt vorsichtigen Optimismus. Eine neue Elektrolyseur-Plattform, die in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet wird, könnte das Anlegervertrauen weiter stärken.
In Bielefeld halten die lokalen Behörden trotz Rückschlägen am Wasserstoffkurs fest. Das städtische Entsorgungsunternehmen besitzt wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge, die jedoch wegen Treibstoffmangels und früherer Zuverlässigkeitsprobleme stillstehen. Die Verantwortlichen stufen die Schwierigkeiten als typische Anfangsschwierigkeiten ein und nicht als langfristige Mängel.
Unterdessen gab ITM Power die finale Investitionsentscheidung für ein großes Wasserstoffprojekt bekannt. Das britische Unternehmen steht weiterhin unter Druck, Erfolge vorzuweisen, während die Branche mit hohen Erwartungen kämpft. Steigende Ölpreise könnten Wasserstoffunternehmen neue Chancen eröffnen, doch die breitere Skepsis gegenüber Überinvestitionen in KI veranlasst einige Anleger zum Umdenken.
Der Wasserstoffsektor zeigt Anzeichen von Widerstandsfähigkeit, etwa durch die leichte Erholung von Nel ASA und laufende Projekte wie das jüngste Vorhaben von ITM Power. Dennoch machen finanzielle Schwierigkeiten und unerfüllte Erwartungen bei Unternehmen wie Bloom Energy die anhaltenden Risiken deutlich. Während Städte wie Bielefeld weiter voranschreiten, warten Marktbeobachter ab, ob neue Technologien und veränderte Öltrends für mehr Stabilität sorgen werden.