Warum nur 9 % der Firmen ihren Mitarbeitenden Wohnraum bieten – trotz klarer Vorteile
Toralf ZänkerWarum nur 9 % der Firmen ihren Mitarbeitenden Wohnraum bieten – trotz klarer Vorteile
Nur ein kleiner Teil deutscher Unternehmen bietet seinen Mitarbeitenden derzeit direkten Wohnraum an. Eine aktuelle Studie zeigt, dass lediglich neun Prozent diese Leistung anbieten – obwohl viele deren Vorteile anerkennen. Gleichzeitig nennen fast zwei Drittel den angespannten Wohnungsmarkt als größtes Hindernis.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen ist überzeugt, dass Mitarbeiterwohnungen helfen, Fachkräfte zu gewinnen. Weitere 55 Prozent sehen darin eine Möglichkeit, Beschäftigte länger an das Unternehmen zu binden. Philipp Deschermeier, Branchenexperte, argumentiert, dass solches Wohnraumangebot Unternehmen in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt einen echten Wettbewerbsvorteil verschaffen kann.
Doch die Hürden bleiben hoch. Fast 40 Prozent der Firmen halten die finanziellen und administrativen Aufwendungen für zu groß. Rund 45 Prozent haben zudem Schwierigkeiten, verlässliche Partner in der Wohnungswirtschaft zu finden. Währenddessen unterstützen 21 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigten indirekt – etwa durch Zuschüsse oder Mietkostenzuschüsse – statt direkten Wohnraum bereitzustellen.
Für die Zukunft planen nur wenige Unternehmen eine Änderung ihrer Strategie. Lediglich vier Prozent wollen in den nächsten fünf Jahren Mitarbeiterwohnungen einführen. Die Studie zeigt zudem, dass es kaum Daten darüber gibt, wie viele Unternehmen diese Leistung in den vergangenen fünf Jahren angeboten haben. Um mehr Betriebe zum Handeln zu bewegen, werden lokale Behörden aufgefordert, Genehmigungsverfahren für Wohnprojekte auf dem Firmengelände zu vereinfachen.
Die Erhebung offenbart eine deutliche Kluft zwischen den anerkannten Vorteilen von Mitarbeiterwohnungen und den praktischen Hindernissen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind. Zwar erkennen die meisten den Nutzen für Personalgewinnung und -bindung – doch hohe Kosten und Marktbedingungen bremsen viele aus. Ohne vereinfachte Abläufe oder stärkere Anreize bleibt eine flächendeckende Einführung vorerst unwahrscheinlich.






