Warendorf behält umstrittene Straßennamen aus Kostengründen bei
Stadtrat von Warendorf belässt umstrittene Straßennamen – Haushaltsgründe entscheiden über Ablehnung von Änderungen
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die aktuellen Namen von drei Straßen beizubehalten, die mit umstrittenen historischen Persönlichkeiten verbunden sind. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über mögliche Verknüpfungen zum Nationalsozialismus. Ausschlaggebend für die Ablehnung der vorgeschlagenen Umbenennungen waren letztlich budgetäre Bedenken.
Die Straßen Heinrich-Tenhumberg-Straße, Wagenfeld-Straße und Agnes-Miegel-Weg bleiben vorerst unverändert. Diskussionen über mögliche künftige Schritte wurden auf das nächste Haushaltsjahr vertagt.
Der Beschluss erfolgte, obwohl eine Bürgerkommission die Umbenennung aufgrund der problematischen Vergangenheit der Namensgeber empfohlen hatte. Die Stadtverantwortlichen argumentierten jedoch, dass die Austausch der Straßenschilder etwa 5.700 Euro kosten würde – eine Summe, die im aktuellen Haushalt nicht tragbar sei.
Auch eine Tafel mit einem Zitat von Agnes Miegel am Rathaus verbleibt an ihrem Platz. Der Rat hatte im vergangenen Sommer noch für deren Entfernung gestimmt, diese Entscheidung nun jedoch rückgängig gemacht. Alternative Vorschläge, wie die Ergänzung durch ein Zitat des ortsansässigen Autors Paul Schallück, fanden bei der Mehrheit keine Zustimmung.
Ratsmitglied André Wenning verteidigte das Ergebnis und verwies darauf, dass sich die meisten Anwohner der betroffenen Straßen gegen eine Umbenennung ausgesprochen hätten. Reinhold Schoppmann, Vertreter eines Bürgerbündnisses, kritisierte die Entscheidung des Rates scharf und bezeichnete sie als vertane Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Mit dem Beschluss bleiben die Straßennamen und die Gedenktafel vorerst bestehen. Weitere Beratungen zum Thema sind für das nächste Haushaltsjahr vorgesehen. Bis dahin wird es keine Änderungen an Warendorfs Straßenschildern oder öffentlichen Darstellungen geben.






