Vom Kriegswaisenhaus zum Rockstar-Hotel: Die Wiedergeburt des Lou Calen in Cotignac
Janin FinkeVom Kriegswaisenhaus zum Rockstar-Hotel: Die Wiedergeburt des Lou Calen in Cotignac
Ein historisches Hotel in Cotignac, Frankreich, hat nach Jahrzehnten des Verfalls wieder seine Pforten geöffnet. Einst eine Zuflucht für Kriegswaisen, entwickelte sich das Lou Calen später zu einem Rückzugsort für Rocklegenden wie David Bowie. Seine Geschichte beginnt mit einem jungen Mädchen, einem Geschenk eines Soldaten und einer ungewöhnlichen Verwandlung in ein kulturelles Wahrzeichen.
Unter kanadischer Führung hat das Anwesen nun neues Leben erhalten – eine gelungene Verbindung aus bewegter Vergangenheit und modernem Charme.
Die Geschichte des Lou Calen beginnt im Jahr 1944, als die zehnjährige Huguette während der Befreiungsfeiern von Cotignac von einem amerikanischen Soldaten einen Ring geschenkt bekam. Jahrzehnte später erwarb sie das Haus neben einem Kloster, das ursprünglich als Schutzort für Mädchen diente, die im Krieg ihre Eltern verloren hatten. Das Gebäude verfügte weder über Strom noch über warmes Wasser – doch Huguette erkannte sein Potenzial.
1972 verwandelte sie es in ein Hotel mit Restaurant. Trotz bescheidener Anfänge zog das Lou Calen bald prominente Gäste an, darunter David Bowie und Mitglieder von Pink Floyd. Parallel eröffnete Huguette ein Restaurant in Palm Springs, wo sie zufällig den Soldaten wieder traf, der ihr einst den Ring geschenkt hatte.
1999 schloss das Hotel seine Türen und stand über 20 Jahre lang leer. Doch 2015 erwarb der kanadische Unternehmer Graham Porter das Anwesen, restaurierte es mit modernen Annehmlichkeiten und eröffnete das Lou Calen erneut für die Öffentlichkeit. Huguette, die dem Ort weiterhin verbunden blieb, veröffentlichte später ein Kochbuch, das die provenzalische Küche feiert.
Heute zieht das Lou Calen ein internationales Publikum an – vor allem Amerikaner zählen zu den häufigsten Gästen. Die Mischung aus Geschichte, Musiklegenden und lokalem Flair macht das Hotel nach wie vor zu einem Magneten für Besucher aus aller Welt.
Die Wiedereröffnung des Lou Calen markiert ein neues Kapitel für ein Haus, das von Krieg, Musik und persönlichen Schicksalen geprägt wurde. Das restaurierte Hotel vereint modernen Komfort mit seinem einzigartigen Erbe. Sein Weg – vom Kriegsheim zur Prominentenherberge – bleibt untrennbar mit der Identität Cotignacs verbunden.






