Vom Deutschen zum Samurai-Meister: Das außergewöhnliche Leben des Ōtsuka Ryūnosuke
Salvatore HarloffVom Deutschen zum Samurai-Meister: Das außergewöhnliche Leben des Ōtsuka Ryūnosuke
Ōtsuka Ryūnosuke – vom deutschen Markus Lösch zum Meister der Samurai-Kunst
Ōtsuka Ryūnosuke, mit bürgerlichem Namen Markus Lösch, ist ein Meister der traditionellen Samurai-Kampfkunst und leitet die historische Schule Hokushin Itto-Ryū Hyōhō. Geboren in Deutschland, zog er mit 18 Jahren nach Japan, um sich ganz den authentischen Samurai-Traditionen zu widmen. Später wurde er von seinem Lehrer adoptiert, nahm den Familiennamen Ōtsuka an und steht heute einer der renommiertesten Kampfkunstschulen Japans vor.
Die Hokushin Itto-Ryū Hyōhō wurde 1820 gegründet und zählte bereits 1830 zu den drei berühmtesten Samurai-Schulen Japans. Ursprünglich träumte Ōtsuka davon, Schriftsteller zu werden, und betrieb englisches Langbogen-Schießen, bis eine Verletzung seinen Weg hin zu den japanischen Kampfkünsten lenkte.
Unter seiner Führung wuchs die Schule auf rund 1.200 aktive Schüler an, die in über 50 Trainingszentren vor allem in Japan, Europa und Nordamerika üben. 2016 verlegte er den Hauptsitz von Tokio nach München – getrieben vom wachsenden europäischen Interesse, das durch Filme, Serien und Videospiele befeuert wurde. 2025 zog die Schule erneut um, diesmal in das ruhige Dorf Lengenwang, wo Ōtsuka nun regelmäßig Trainingslager und Seminare abhält.
Für den neuen Standort hat Ōtsuka große Pläne: Er möchte seinen Garten in ein Freiluft-Dōjō verwandeln, einen japanischen Schrein errichten und eine alte Scheune zu einer Trainingshalle mit Meditationsräumen und traditionellen Bädern umbauen. Zudem plant er Matsuri, japanische Straßenfeste, um den Austausch zwischen Schülern und Einheimischen zu fördern und ein Klima des Respekts zu schaffen. Sein Ansatz verbindet Tradition mit Offenheit – er ermutigt dazu, andere Kulturen wertzuschätzen, ohne die eigene Identität zu verlieren.
Die Expansion der Schule spiegelt das weltweite Interesse an Samurai-Traditionen wider. Ōtsukas Vision geht über reines Kampftraining hinaus: Er setzt auf kulturellen Austausch, mit Festen und renovierten Räumlichkeiten in Lengenwang. So sichert er der Hokushin Itto-Ryū Hyōhō nicht nur das Überleben, sondern macht sie auch über Japans Grenzen hinaus zugänglich.