22 January 2026, 08:28

Virtuelle Spuren sollen Logistikverkehr in Städten revolutionieren und Staus vermeiden

Ein Güterzug fährt auf Schienen neben einer Stadt, mit Gebäuden, Bäumen, Gras und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Virtuelle Spuren sollen Logistikverkehr in Städten revolutionieren und Staus vermeiden

Neues Forschungsprojekt will städtischen Verkehr entlasten: Virtuelle Spuren für automatisierte Logistikfahrzeuge

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Ein neues Forschungsvorhaben zielt darauf ab, den innerstädtischen Verkehrsstau durch die Einführung virtueller Fahrspuren für automatisierte Logistikfahrzeuge zu verringern. Unter der Leitung eines Konsortiums der TH Köln beteiligt sich am Projekt ViDeLL („Virtuelle Dedizierte Logistikspuren“) auch der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen. Das Vorhaben wird sowohl vom Land Nordrhein-Westfalen als auch von der EU gefördert.

Das ViDeLL-Projekt nimmt die wachsende Nachfrage nach Gütertransport in Städten in den Blick, wo die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls an der RWTH Aachen, warnt vor drohenden Verkehrs-Kollapsen, falls keine innovativen Lösungen gefunden werden. Sein Team setzt auf „intelligente Straßenmarkierungen“, kombiniert mit einem automatisierten Fahrzeugsystem und einer zentralen Steuerungsplattform.

Statt physisch abgetrennte Spuren zu bauen, erprobt das Projekt „virtuelle Straßenabschnitte“ speziell für den Logistikverkehr. Tarik Hadzovic, Projektleiter am PEM, betont, dass diese flexiblen digitalen Spuren die bestehende Infrastruktur effizienter nutzen und Baukosten sparen. Das Konsortium wird zunächst geeignete Anwendungsszenarien in Städten identifizieren, bevor Algorithmen entwickelt werden, die die virtuellen Spuren dynamisch zuweisen und verwalten. Neben technischen Tests untersucht das Team auch die Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern und erarbeitet Sicherheitsrichtlinien. Zudem werden regulatorische Hürden analysiert, um Zulassungswege und politische Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Ziel ist ein rechtlich abgesichertes, wirtschaftlich tragfähiges System, das automatisierte Logistik nahtlos in den städtischen Alltagsverkehr integriert. Das Projekt umfasst sowohl die „letzte Meile“ im Lieferverkehr als auch den industriellen Transport zwischen urbanen Produktionsstandorten. Durch Praxistests unter realen Bedingungen wollen die Forscher beweisen, dass virtuelle Spuren herkömmlicher Infrastruktur überlegen sind.

Das ViDeLL-Konzept könnte Städten einen intelligenten Weg bieten, den steigenden Güterverkehr zu bewältigen. Die Projektergebnisse sollen zeigen, ob automatisierte Logistiksysteme Straßen sicher und effizient mit anderem Verkehr teilen können. Bei Erfolg könnte das Modell Staus reduzieren – ohne teure Neubauten.