15 March 2026, 20:20

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – drohen jetzt Steuererhöhungen?

Ein Kreis mit "Verantwortung in der Gemeinde" in der Mitte, umgeben von drei überlappenden Kreisen, die durch Pfeile verbunden sind, alles in hellen, leuchtenden Farben.

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – drohen jetzt Steuererhöhungen?

Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Prognosen zufolge droht der Stadt im Jahr 2026 ein Defizit von 39 Millionen Euro, hinzu kommen jährliche Fehlbeträge. Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht bei ausbleibenden Sparmaßnahmen mögliche Steuererhöhungen vor – entweder auf Grundbesitz (Typ B) oder für Unternehmen. Diese Pläne stoßen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf Kritik, die vor weiteren Belastungen für die lokale Wirtschaft warnt.

Die angespannte Haushaltslage Viersens ist vor allem auf steigende Kosten zurückzuführen, insbesondere in der Jugendhilfe und bei den Kreisumlagen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Stadt bis 2031 insolvent werden, mit jährlichen Defiziten von voraussichtlich 25 bis 35 Millionen Euro. Die IHK zeigt sich besorgt: Viersen erhebt bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuern auf nicht-wohnliche Gebäude in seinem Kreis. Höhere Gewerbesteuern, so ihr Argument, würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen abschrecken.

Die Kammer unterstützt zwar den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, weist aber darauf hin, dass die Personalkosten weiter steigen. Statt Steuererhöhungen schlägt sie eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit vor, um Dienstleistungen gemeinsam zu nutzen und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Solche Kooperationen gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen: Über 20 Kommunen arbeiten etwa im Rahmen der Initiative CircularCities an Projekten der Kreislaufwirtschaft zusammen. Weitere 30 regionale Netzwerke haben sich im Rahmen von Landesprogrammen wie NRW.Energy4Climate gebildet.

Viersens Lage spiegelt die allgemeinen Herausforderungen in der Region wider. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, doch viele Kommunen kämpfen mit angespannten Haushalten – so steht Bergisch Gladbach 2026 ein Defizit von 50 Millionen Euro bevor. Bundesweit sehen sich die Gemeinden mit stark steigenden Ausgaben konfrontiert, die zwischen 2020 und 2026 um 54 Prozent gestiegen sind, sowie mit einem Investitionsstau von 216 Milliarden Euro.

Nun muss die Stadt ihren Haushalt konsolidieren, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Sollten die Steuererhöhungen kommen, drohen Unternehmen höhere Kosten – mit potenziell negativen Folgen für Investitionen. Gleichzeitig bleibt die interkommunale Zusammenarbeit eine vielversprechende Alternative, um den finanziellen Druck zu verringern und die Effizienz zu steigern. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es Viersen gelingt, die Finanzen zu stabilisieren – oder ob die Stadt in noch tiefere Haushaltsnöte rutscht.

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