US-Forscher fliehen in Scharen nach Deutschland – wegen Trumps Klimapolitik und Förderkürzungen
Agata HübelUS-Forscher fliehen in Scharen nach Deutschland – wegen Trumps Klimapolitik und Förderkürzungen
Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Gleichzeitig musste die Organisation ihr Moskauer Bürro schließen, nachdem sie von den russischen Behörden als äunerwünschte´ Gruppe eingestuft worden war.
Der Anstieg der US-amerikanischen Bewerbungen fällt mit drastischen Kürzungen der Forschungsförderung in den USA zusammen, insbesondere in der Klimaforschung. Während der ersten Amtszeit von Donald Trump (2017–2021) wurden die staatlichen Mittel für die Klimaforschung stark gekürzt, und die USA traten aus dem Pariser Abkommen aus. Die Finanzierung durch Behörden wie die NIH (National Institutes of Health) und die NSF (National Science Foundation) für Klimaprojekte an Eliteuniversitäten brach deutlich ein. Nun, in Trumps zweiter Amtszeit (seit 2025), haben sich die Restriktionen weiter verschärft, sodass Institutionen wie Harvard, Stanford und Princeton zunehmend auf private Stiftungsgelder und internationale Kooperationen angewiesen sind, um ihre Klimaforschung aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig verzeichnen deutsche Wissenschaftsorganisationen ein wachsendes Interesse von US-Forschenden. Sowohl die Alexander-von-Humboldt-Stiftung als auch die Max-Planck-Gesellschaft melden eine Zunahme an Anfragen von amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Zugleich lässt das Interesse deutscher Studierender an einem Studium in den USA nach – die Anfragen sind um etwa 10 % zurücgegangen.
Die Veränderungen beschränken sich nicht auf die USA. In Russland wurden das DAAD-Bürro in Moskau sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation geschlossen. Die Schließungen folgen auf eine Erklärung des russischen Justizministeriums, das den DAAD als äunerwünschte Organisation einstuft und damit die Einstellung seiner Aktivitäten im Land erzwang.
Die Entwicklung zeigt eine klare Verlagerung US-amerikanischer Forscher nach Europa, getrieben durch schrumpfende Fördermittel in ihrer Heimat. Deutsche Einrichtungen bearbeiten mittlerweile doppelt so viele Stipendienanträge von US-Studierenden. Mit der Schließung der DAAD-Bürros in Russland hat sich der Schwerpunkt des akademischen Austauschs weiter nach Westen verlagert.






