Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach ergebnisloser Runde
Salvatore HarloffTarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach ergebnisloser Runde
Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar ergebnislos. Die Arbeitgeber legten kein konkretes Angebot vor, sodass zentrale Forderungen unberücksichtigt blieben. Die Gewerkschaft Ver.di warnte nun, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen möglich seien, falls die Gespräche erneut ins Stocken geraten.
Seit November fordern die Beschäftigten des Sektors grundlegende Veränderungen. Dazu gehören eine verkürzte Arbeitszeit ohne Lohnausfall, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie ein Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Zudem verlangen sie eine Erhöhung des bezahlten Sonderurlaubs für Gewerkschaftsarbeit auf acht Tage und die Ausweitung des Tarifvertrags auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobber.
Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Arbeitsbelastung seit Jahren unzumutbar hoch sei – verschärft durch den wachsenden Fachkräftemangel. Ver.di kritisierte die Arbeitgeber, die Situation nicht ernst zu nehmen, und betonte, dass finanzielle Engpässe im kommunalen Nahverkehr nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen dürften. Verhandelt wird über ein 24-Monats-Rahmenabkommen, das durch besseres Zeitmanagement die Arbeitsbelastung verringern soll. Lohnanpassungen sind jedoch bereits an den bestehenden Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt.
Die Arbeitgeber, vertreten durch den Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e. V. (NWO), unterbreiteten in dieser Runde kein Angebot. Stattdessen kündigten sie an, in der nächsten Sitzung Gegenforderungen einzubringen. Da keine Fortschritte erzielt wurden, hat Ver.di begonnen, die Beschäftigten über mögliche nächste Schritte zu informieren. Die Frustration wächst, da die Geschäftsführung seit Monaten auf die vorgebrachten Forderungen nicht reagiert hat.
Bisher brachten die Verhandlungen keinen Durchbruch. Ver.di schließt Streiks nicht aus, sollten die Arbeitgeber in künftigen Gesprächen keine konstruktiven Lösungen anbieten. Die Beschäftigten warten nun auf eine klarere Positionierung, wenn die Verhandlungen wiederaufgenommen werden.






