15 April 2026, 14:18

Streit um Löhne und Tarifvertrag im Duisburger Hafen eskaliert nach Verdi-Vorwürfen

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter, der vor Bergen und Bäumen steht, mit der Aufschrift "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Streit um Löhne und Tarifvertrag im Duisburger Hafen eskaliert nach Verdi-Vorwürfen

Arbeitskonflikt im Duisburger Hafen eskaliert nach Vorwürfen der Gewerkschaft Verdi

Die AuseinanderSetzung im Duisburger Hafen hat sich zugespitzt, nachdem die Gewerkschaft Verdi dem Hafenbetreiber Duisport vorwarf, ungerechte Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen zu bieten. Der Streit kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Im nahen Werk von ThyssenKrupp soll der Hochofen 9 im September geschlossen werden – damit stehen 250 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nun fordern Arbeiter und Verdi einen Flächentarifvertrag, um die Bezahlung im gesamten Hafen zu vereinheitlichen.

Verdi hatte eine Umfrage unter über 200 Facharbeitern bei Duisport, dessen Tochtergesellschaften und anderen nicht tarifgebundenen Hafenbetrieben durchgeführt. Das Ergebnis: 95 Prozent der Befragten unterstützen die Forderung nach einem Tarifvertrag. Vier Hafenmitarbeiter schilderten bei einer Pressekonferenz ihre Kritik an Löhnen und Arbeitsbedingungen – im Vergleich zu öffentlichen Häfen in der Region fielen diese deutlich schlechter aus.

Duisport behauptet, "übertarifliche" Löhne zu zahlen – und das ohne formelle Vereinbarung. Verdi widerspricht dieser Darstellung und verweist auf Einstiegsgehälter von nur 2.750 Euro für Facharbeiter. Zudem wirft die Gewerkschaft dem Betriebsrat vor, die Belegschaft nicht ausreichend zu vertreten und Verdi von Sitzungen auszuschließen. Sören Brandes, Verdi-Sekretär, bezeichnete den Betriebsrat als "Hofhund" und forderte einen flächendeckenden Tarifvertrag für den gesamten Duisburger Hafen sowie die Duisport AG.

Der Betriebsrat hat bisher nicht auf Anfragen zu einer Stellungnahme reagiert. Gleichzeitig berichten Kranführer im Hafen von willkürlichen Lohnunterschieden ohne einheitliche Entgeltstruktur. Duisport befindet sich zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der aktuelle Konflikt folgt auf einen 100-tägigen Arbeitskampf am Hochofen 9 von ThyssenKrupp, der im September endgültig stillgelegt wird. Diese Schließung erhöht den Druck auf die Hafenarbeiter, die bereits mit Jobunsicherheit konfrontiert sind.

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Verdis Forderung nach einem Tarifvertrag kommt angesichts wachsender Frustration über Lohnungleichheiten und Arbeitsbedingungen. Die Umfrage der Gewerkschaft und Aussagen von Beschäftigten unterstreichen die Notwendigkeit einheitlicher Löhne im Duisburger Hafen. Mit der drohenden Schließung des ThyssenKrupp-Hochofens könnte sich der Streit in den kommenden Monaten weiter verschärfen.

Quelle