Solingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Salvatore HarloffSolingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Solingens Innenstadt steht vor einem dramatischen Niedergang. Leerstehende Läden, ein schrumpfendes Warenangebot und das Fehlen von Gastronomie und Begegnungsstätten prägen das Bild der Krise. Der Verfall vollzog sich über Jahre schleichend – getrieben von Faktoren, die außerhalb des Einflussbereichs der Stadt liegen.
Die Abwanderung wichtiger Dienstleistungen in größere Städte, die Verlagerung von Industriestandorten ins Ausland sowie der Aufstieg von Discountern und dem Onlinehandel haben die Probleme verschärft. Lokale Politiker setzten zwar auf Einzelprojekte und Fachkonzepte, doch ein umfassendes Gesamtkonzept fehlt bis heute.
Walsken plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, um die Innenstadt wiederzubeleben. Ein Masterplan für den gesamten Rings um das Zentrum müsse Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsförderung verbinden. Dabei dürften auch die umliegenden Viertel nicht vernachlässigt werden – der Fokus liege nicht allein auf der Kernzone.
Um eine moderne, mobile und gut verdienende Zielgruppe anzuziehen, schlägt Walsken konkrete Maßnahmen vor: bessere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Gründerszenen, mehr Studentenwohnheimplätze, ein dezentrales Gesundheitswesen und digitale Beratungsangebote. Zudem fordert er mehr finanzielle Spielräume und Partnerschaften mit Investoren, um energieeffiziente Lösungen zu finanzieren. Walsken räumt ein, dass ein solcher Plan Jahre bis zur Umsetzung braucht – doch der Erneuerungsprozess müsse jetzt beginnen.
Die Zukunft der Stadt hänge davon ab, attraktive Rahmenbedingungen für neue Bewohner und Unternehmen zu schaffen. Ein kohärentes Gesamtkonzept und sofortiges Handeln gelten als entscheidend, um den Abwärtstrend umzukehren. Ohne sie drohen die Herausforderungen weiter zu bestehen.
