28 December 2025, 08:29

Solingen: Warum wurde der stellvertretende Bürgermeister erst jetzt suspendiert?

Eine belebte Straßenszene mit Menschen, die gehen, einige halten Gegenstände, eine Person mit einem Schirm, Fahrzeuge, Gebäude, Bäume und ein Mast mit Verkehrsampeln unter einem bewölkten Himmel.

Solingen: Warum wurde der stellvertretende Bürgermeister erst jetzt suspendiert?

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den stellvertretenden Bürgermeister Jan Welzel vorläufig von seinen Aufgaben entbunden. Der Schritt erfolgte kurz nach dem Amtsrücktritt des früheren Oberbürgermeisters Tim Kurzbach – ein Zeitpunkt, der in der Stadt auf Kritik stößt. Die lokale politische Vereinigung Bürgerbündnis für Solingen (BfS) fordert nun Aufklärung, warum nicht schon früher gehandelt wurde.

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Aus Unterlagen geht hervor, dass die Vorwürfe gegen Welzel bereits Jahre zurückreichen. Während Kurzbachs Amtszeit als Oberbürgermeister (2015–2025) wurden in Ratsprotokollen und Personalakten frühere disziplinarische Verfehlungen dokumentiert. Offizielle Beschwerden wurden bei Aufsichtsbehörden eingereicht, doch eine Suspendierung blieb damals aus.

Das BfS argumentiert, dass – sollten sich die aktuellen Vorwürfe bestätigen – frühere Vorfälle bereits längst eine Amtsenthebung Welsels hätten rechtfertigen müssen. Die Gruppe vermutet, dass heikle Entscheidungen bewusst verschleppt wurden, solange Kurzbach im Amt war oder sogar während seines Wahlkampfs zur Wiederwahl. Nun fordert das Bündnis eine umfassende Untersuchung durch den Ausschuss für Transparenz und Bürgerbeteiligung. Gefragt werden muss, welche Informationen den Behörden vorlagen, wann sie diese erhielten und warum erst nach Kurzbachs Abgang Konsequenzen gezogen wurden. Für das BfS wirft der Zeitpunkt von Welsels Suspendierung erhebliche Zweifel auf. Sie stellen die Frage, ob politische Rücksichtnahmen die Verzögerung beeinflusst haben, und verlangen von der Regierung klare, neutrale Antworten.

Die Entbindung Welsels rückt Kurzbachs Führung erneut in den Fokus der Kritik. Die Behörden müssen nun darlegen, wie lange ihnen die Vorwürfe bekannt waren und warum sie nicht früher reagierten. Das BfS pocht auf vollständige Transparenz, um die wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung zu beseitigen.