Skandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz in gravierendem Ausmaß
Janin FinkeSkandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz in gravierendem Ausmaß
Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwerwiegende Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt
Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) steht wegen massiver Verstöße gegen den Tierschutz in der Kritik. Verdeckte Videoaufnahmen zeigen verletzte Schweine, tote Ferkel und heruntergekommene Stallanlagen – die Behörden und Branchenaufseher reagierten umgehend. Besonders brisant: Der Betreiber des Betriebs bekleidet eine führende Position in einem regionalen Landwirtschaftsverband, was Fragen nach der Kontrollpraxis aufwirft.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die erschütternden Zustände in dem Sauenbetrieb erstmals dokumentiert. Die Aufnahmen zeigen vernachlässigte Tiere, verdreckte Buchten und mehrere tote Ferkel. Nach Auswertung des Materials alarmierte Aninova die zuständigen Stellen und erstattete Strafanzeige gegen den Landwirt.
Eine anschließende Überprüfung durch das örtliche Veterinäramt bestätigte die Vorwürfe und deckte weitere Mängel in Haltung und Hygiene auf. Wie die Behörden feststellten, war der Betrieb bereits bei früheren Kontrollen durchgefallen – ohne dass Konsequenzen gezogen worden wären.
Am 14. Oktober führte das QS-Qualitätssicherungssystem eine Sonderprüfung durch und stellte inakzeptable Zustände fest, darunter tote Tiere. Der Betrieb wurde umgehend aus dem QS-Zertifizierungssystem ausgeschlossen. Zudem wurde der für frühere Inspektionen zuständige Prüfer wegen Unstimmigkeiten in seinen Berichten suspendiert.
Der Betreiber des Betriebs ist zugleich Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes. Kritiker wie Aninova werfen ihm vor, seine öffentliche Fürsprache für landwirtschaftliche Standards stehe im krassen Widerspruch zu den Zuständen auf seinem eigenen Hof. Der Verband gab an, von den Vorfällen keine Kenntnis gehabt zu haben, und lehnte weitere Stellungnahmen ab.
Dem Betrieb drohen nun strafrechtliche Konsequenzen, zudem verlor er seine QS-Zertifizierung. Die Suspendierung des Prüfers wirft grundsätzliche Fragen zur Zuverlässigkeit von Kontrollen auf. Während das Verfahren läuft, müssen die Behörden klären, ob weitere Sanktionen oder systemische Reformen notwendig sind.






