Sichere Hilfe für Gewaltopfer: Wie Beratungsstellen an Bahnhöfen Frauen retten
Salvatore HarloffBundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Sichere Hilfe für Gewaltopfer: Wie Beratungsstellen an Bahnhöfen Frauen retten
Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen haben an großen deutschen Bahnhöfen bereits in über 200 Fällen geholfen. An den Pilotstandorten Berlin Ostbahnhof und Kölner Hauptbahnhof bieten die Einrichtungen spezialisierte Unterstützung für Opfer an. Betreut werden die Stellen ausschließlich von geschulten Polizeibeamtinnen – eine sicherere Alternative zu herkömmlichen Vernehmungszimmern.
Der Bedarf an solchen Angeboten bleibt hoch. Allein 2024 erlebten 187.128 Frauen in Deutschland häusliche Gewalt – ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die erste Beratungsstelle nahm am 15. August 2024 in Berlin ihren Betrieb auf, gefolgt von Köln am 29. September 2025. Seither haben Bundespolizistinnen in beiden Städten in 220 Fällen Opfer beraten, davon betrafen 33 Fälle häusliche Gewalt. Unter den Betroffenen war auch ein 15-jähriges, schwangeres Mädchen, das von ihrem Freund geschlagen worden war und in Köln Hilfe erhielt.
Die Mitarbeiterinnen der Zentren unterstützen die Frauen auf vielfältige Weise: Sie vermitteln Plätze in Frauenhäusern oder sorgen dafür, dass Täter vorübergehend aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden. Einige Opfer werden zudem in Krankenhäuser gebracht, um medizinisch versorgt zu werden oder Beweise für die Tat zu sichern.
Die Einrichtungen sind bewusst weniger einschüchternd gestaltet als eine klassische Polizeidienststelle. Statt formeller Vernehmungsräume bieten sie ein unterstützendes Umfeld. Doch die Zukunft der Pilotprojekte über September 2027 hinaus ist noch ungewiss. Stand Februar 2026 wurden keine weiteren Bundesbahnhöfe als mögliche Standorte für ähnliche Stellen bekannt gegeben.
Die beiden bestehenden Beratungsstellen leisten weiterhin lebenswichtige Hilfe für gefährdete Frauen – von medizinischen Überweisungen über rechtliche Beratung bis hin zur Vermittlung von Notunterkünften. Ob das Programm nach 2027 ausgeweitet oder eingestellt wird, steht noch nicht fest.






