Schlotterbeck erklärt den BVB zum Meisterkandidaten – und Kahn applaudiert
Toralf ZänkerSchlotterbeck erklärt den BVB zum Meisterkandidaten – und Kahn applaudiert
Borusse Dortmunds Verteidiger Nico Schlotterbeck sorgt mit einer kühnen Ansage für Schlagzeilen: "Wir wollen Meister werden." Seine wiederholten Bekundungen zum Titelanspruch des BVB haben in der Bundesliga eine neue Debatte entfacht. Der ehemalige Bayern-München-Chef Oliver Kahn lobte die klare Zielsetzung des Abwehrspielers und bezeichnete sie als entscheidenden Schritt, um eine Siegermentalität aufzubauen.
Schlotterbeck hat seine Zukunft in Dortmund eng mit dem sportlichen Erfolg des Vereins verknüpft. In den vergangenen Wochen betonte er mehrfach, dass der Rückstand auf den FC Bayern in der Tabelle durchaus aufholbar sei. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der sich beide Teams auf ein weiteres intensives Titelrennen vorbereiten – eine Rivalität, die seit Jahrzehnten die Liga prägt.
Die Geschichte der Duelle zwischen den Klubs zeigt, wie knapp und oft einseitig diese Kämpfe verlaufen sind. In der Saison 1965/66 führte Dortmund am 23. Spieltag die Tabelle an, landete am Ende jedoch nur auf Platz drei hinter den Bayern – ein frühes Zeichen für die engen Zweikämpfe der folgenden Jahre. In jüngerer Zeit dominierte der FC Bayern die Liga mit Rekorden wie 90 Punkten in der Spielzeit 2013/14 oder 91 Punkten 2012/13. Selbst in der Saison 2025/26 zog der Rekordmeister mit 47 Punkten und einer Tordifferenz von +53 in die Winterpause – ein Vorsprung, den Dortmund nach Schwächephasen der Münchner später auf sechs Punkte verkürzen konnte.
Kahn, der zu Schlotterbecks Aussagen Stellung nahm, argumentierte, dass Ehrgeiz nicht nur bewundernswert, sondern unverzichtbar sei. Die klare Ansage des Verteidigers diene als Instrument der Fokussierung und helfe den Spielern, ihre Leistung ohne Zweifel zu messen. Der ehemalige Torhüter wies zudem den Vorwurf von Überheblichkeit zurück und deutete die Selbstsicherheit stattdessen als operative Notwendigkeit.
Dortmunds frühere Versuche, die Lücke zu schließen – etwa durch Niko Kovačs Strategie der körperlichen Überlegenheit im "Klassiker" –, zeigen, wie der BVB den FC Bayern immer wieder bis in die Schlussphase der Saison unter Druck setzte. Doch die Geschichte lehrt: Ein Rückstand im zweistelligen Bereich wurde in der Bundesliga noch nie aufgeholt.
Schlotterbecks Worte setzen den Ton für Dortmunds Saison – und Kahns Unterstützung unterstreicht die These, dass Ehrgeiz den Erfolg antreibt. Die Aussagen des Verteidigers erhöhen nun den Druck, während die Meisterschaft noch in Reichweite bleibt. Ob sich diese Mentalität in den ersten Titel seit 2012 verwandelt, wird sich in den kommenden entscheidenden Spielen zeigen.






