Rosenmontagszug 2026 in Köln: Tradition trifft auf scharfe Satire
Toralf ZänkerHöhepunkt des Straßenkarnevals: Kölns Rosenmontagszug hat begonnen - Rosenmontagszug 2026 in Köln: Tradition trifft auf scharfe Satire
Kölner Rosenmontagszug startet mit Traditionsthema und politischer Satire
Um 10:00 Uhr begann am Montag der Kölner Rosenmontagszug seinen Weg durch die Stadt – Ausgangspunkt war das Severinstor im Südviertel. Unter dem diesjährigen Motto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" (Hochdeutsch: "Wir tun es für Köln") steht die Veranstaltung ganz im Zeichen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die das Brauchtum der Stadt am Leben halten. Die Jecken dürfen sich auf Berge von Süßigkeiten und Zehntausende Sträuße freuen, während der Umzug sich über fast vier Stunden durch die Innenstadt schlängelt.
Die Wagenbauer greifen dabei aktuelle Themen auf: So wird der Aufstieg der rechtspopulistischen AfD in Umfragen karikiert, und politische Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Präsident Donald Trump werden auf die Schippe genommen. Die Veranstalter versprechen scharfe Gesellschaftskritik – ganz im gewohnten Mix aus Spektakel und hintergründigem Humor.
In Düsseldorf und Mainz beginnen die eigenen Umzüge erst, wenn der Kölner Zug vollständig unterwegs ist. Diese Abstimmung sorgt dafür, dass jede Stadt ihre eigene Bühne bekommt.
Ein prominenter Abwesender in diesem Jahr ist der Wagenbauer Jacques Tilly, der 2025 in rechtliche Schwierigkeiten geriet. Russische Behörden leiteten ein Strafverfahren gegen ihn ein – Vorwurf: "Verleumdung staatlicher Organe". Anlass waren seine früheren Karnevalsdarstellungen von Präsident Putin. Die Anklage umfasste zudem den Vorwurf, aus politischen Motiven falsche Behauptungen über die russische Armee verbreitet zu haben. Ihm drohten bis zu zehn Jahre Haft oder hohe Geldstrafen.
Gegen 13:30 Uhr werden die ersten Wagen das Ziel der Route erreichen. Unterwegs sammeln die Zuschauer schätzungsweise 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 kleine Sträuße ein, die von den Umzugsteilnehmern geworfen werden.
Der Rosenmontagszug bildet einen Höhepunkt der Kölner Karnevalssaison – eine Mischung aus ausgelassenem Feiern und gesellschaftskritischen Spitzen. Mit seinen alten Traditionen und mutigen Themen bleibt das Ereignis für Einheimische wie Gäste gleichermaßen ein Magnet. Die Ehrenamtlichen, die in diesem Jahr im Motto gewürdigt werden, sind dabei unverzichtbar: Sie sorgen dafür, dass das Fest reibungslos über die Bühne geht.






