14 March 2026, 16:09

Rhein-Kreis Neuss verdreifacht Schutzplätze in Frauenhäusern bis 2030

Zwei Frauen stehen an einem Podium mit einem Mikrofon und Bildschirm, einen Blumenstrauß unten, vor einem dunklen Hintergrund auf einer Grünen Party-Veranstaltung.

Rhein-Kreis Neuss verdreifacht Schutzplätze in Frauenhäusern bis 2030

Der Rhein-Kreis Neuss hat ehrgeizige Pläne vorgelegt, um bis 2030 die Kapazitäten in Frauenhäusern deutlich auszubauen. Alle sieben Städte des Kreises – Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch – werden von der neuen Initiative betroffen sein. Während einer jüngsten SPD-Kreiskonferenz wurden zudem wegweisende Personalentscheidungen getroffen und politische Prioritäten neu gesetzt.

Die Kreiskonferenz beschloss einstimmig, die Anzahl der Schutzplätze für Frauen bis 2030 zu verdreifachen. Aktuell stehen lediglich acht Plätze zur Verfügung, doch die Fraktion muss nun einen detaillierten Umsetzungsplan erarbeiten, um das ambitionierte Ziel zu erreichen. Die Maßnahme erstreckt sich auf den gesamten Kreis und soll sicherstellen, dass alle sieben Kommunen von den erweiterten Angeboten profitieren.

Die SPD Meerbusch brachte mehrere zentrale Anträge ein. Einer zielte darauf ab, die Finanzierung der Frauenhäuser nachhaltig zu sichern, ein weiterer forderte die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention. Zudem wurde ein Antrag angenommen, das Gebäudeenergiegesetz so anzupassen, dass Mieter:innen durch Modernisierungskosten nicht unangemessen belastet werden.

Auch bei den Personalien gab es Veränderungen: Christina Borggraefe wurde mit 71 von 84 Stimmen zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. Zudem vertritt sie den Kreis künftig im Bezirksausschuss. Michael Grams zog als Beisitzer in den Kreisvorstand ein – bei 67 von 83 Stimmen erhält er volles Stimmrecht.

Chantal Messing, die fünf Jahre dem geschäftsführenden Vorstand angehörte, kandidierte nicht erneut für die Kreisführung. Als Vorsitzende der SPD Meerbusch bleibt sie jedoch stimmberechtigtes Mitglied und wird die Interessen des Kreises weiterhin auf Landesebene vertreten. Dieter Jürginkes wurde unterdessen in die neu gebildete Schiedskommission berufen.

Der Rhein-Kreis Neuss hat nun einen klaren Auftrag, die Schutzplatzkapazitäten in den kommenden sechs Jahren auszubauen. Mit den neu besetzten Führungspositionen ist die Kontinuität in Politik und Vertretung gesichert. Als nächste Schritte stehen die Umsetzung der Beschlüsse in konkrete Maßnahmenpläne an.

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