21 June 2026, 02:11

"Radikale Freundlichkeit": Sollte Österreichs Fluchkultur jetzt verboten werden?

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

"Radikale Freundlichkeit": Sollte Österreichs Fluchkultur jetzt verboten werden?

Österreicher haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Sprache – Fluchen gilt hier oft als Energiequelle oder gar als eine Art Yoga. Das Land kennt über 50 farbenfrohe Bezeichnungen für „Idiot“, von „Dodel“ bis „Nudelaug“. Nun sorgt ein neues Buch mit dem Titel „Radikale Freundlichkeit“ für Diskussionen – manche fordern sogar, es in Österreich zu verbieten.

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Die Autorin plädiert dafür, Wut durch Dankbarkeit zu ersetzen. Statt auf der Südautobahn langsame Fahrer zu beschimpfen, schlägt sie vor, ihnen für die unerwartete Verschnaufpause zu danken. Dieser Ansatz erstreckt sich auf alle kleinen Ärgernisse des Alltags: Die Schriftstellerin bezeichnet sich selbst lieber als „kognitive Minimalistin“, statt zu Schimpfwörtern zu greifen.

Die Botschaft ist simpel: Begegne Verärgerung mit Freundlichkeit. Während Isländer bekanntlich über 50 Wörter für Schnee haben, sind Österreicher mit ihren Kraftausdrücken nicht weniger einfallsreich. Doch die Autorin bleibt klar: Reagiere auf kleine Missgeschicke mit Wertschätzung, nicht mit Zorn.

Die Philosophie des Buches stellt Österreichs Vorliebe für ausdrucksstarkes Fluchen infrage. Würde sie sich durchsetzen, könnte sie die Art verändern, wie Menschen mit Alltagsfrustrationen umgehen. Dass nun sogar ein Verbot von „Radikale Freundlichkeit“ diskutiert wird, zeigt, wie sehr Tradition und Wandel hier aufeinandertreffen.

Quelle