Preiskampf bei Aldi und Norma: Fleisch wird billiger – Produzenten zahlen den Preis
Janin FinkePreiskampf bei Aldi und Norma: Fleisch wird billiger – Produzenten zahlen den Preis
Preiskampf in deutschen Supermärkten: Fleisch und Milchprodukte stark verbilligt – Produzenten leiden unter den Folgen
Zwischen deutschen Supermärkten ist ein Preiskampf entbrannt, bei dem vor allem Fleisch- und Milchprodukte drastisch verbilligt werden. Discounter wie Aldi Süd und Norma haben die Preise für Schweinefleisch, Rindfleisch und Wurstwaren gesenkt. Bereits zuvor war der Butterpreis auf unter 1 Euro pro 250 Gramm gefallen.
Die rasanten Preissenkungen wirken sich bereits auf Erzeuger und Verarbeiter aus – erste Entlassungen in der Branche wurden bekannt gegeben.
Die jüngste Runde der Preiskürzungen begann beim Schweinefleisch: Aldi Süd reduzierte den Preis für eine 800-Gramm-Packung Hackfleisch vom Schwein auf 3,79 Euro – ein Minus von 5 Prozent. Zudem senkte die Kette die Preise für vorgepacktes Gyros (um bis zu 7 Prozent), Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch. Der Konkurrent Norma zog nach und verbilligte Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Rinderhack.
Hinter den Kulissen verschärft sich die Lage für die Zulieferer: Die Großhandelspreise für Schweinefleisch brachen vergangene Woche ein und fielen um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Der Westfalen-Lippe-Landwirteverband warnte, der Preisdruck werde die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen – viele kleinere Betriebe könnten aufgeben müssen.
Die Folgen sind bereits spürbar: Der Wursthersteller EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG kündigte die Schließung seines Standorts in Britz an, wodurch 500 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig plant der Fleischverarbeiter Vion – im Besitz der niederländischen Familie Zwanenberg – die Schließung seines Rinderschlachtbetriebs in Hilden, was rund 160 Mitarbeiter betrifft. Das Unternehmen geht auf die ehemalige niederländische Bauerngenossenschaft ZLTO zurück, die heute vollständig über die Vion N.V. im Besitz der Familie Zwanenberg ist.
Während die Verbraucher von den sinkenden Preisen profitieren, geraten die Produzenten immer stärker unter Druck. Fabriken werden geschlossen, Hundertschaft Arbeitsplätze gehen verloren. Da die Großhandelspreise weiter fallen, sind weitere Preissenkungen und eine Konsolidierung der Branche absehbar.






