Nur 15,1 Prozent der Studierenden erhalten noch staatliche Förderung – ein alarmierender Trend
Toralf ZänkerStudie: Nachfrage nach staatlich finanzierter Studienförderung sinkt weiter - Nur 15,1 Prozent der Studierenden erhalten noch staatliche Förderung – ein alarmierender Trend
Im Jahr 2024 haben in Deutschland weniger Studierende staatliche finanzielle Unterstützung erhalten als in den Vorjahren. Nur 15,1 Prozent nutzten Förderungen wie BAföG, Stipendien oder staatlich geförderte Kredite – ein Rückgang um 1,7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023. Expertinnen und Experten warnen, dass dieser Rückgang die Fähigkeit der Studierenden beeinträchtigen könnte, ihr Studium rechtzeitig abzuschließen.
Bundesweit waren in diesem Jahr etwa 326.000 Studierende (11,4 Prozent) auf BAföG angewiesen. Weitere 69.000 (2,4 Prozent) erhielten ein Stipendium, während rund 44.000 (1,4 Prozent) einen staatlich unterstützten Kredit in Anspruch nahmen. Unter diesen Förderinstrumenten verzeichnete allein das Deutschlandstipendium einen leichten Anstieg der Geförderten.
In Thüringen war die Situation besonders ausgeprägt: Neun von zehn Studierenden finanzierten ihr Studium vollständig aus eigenen Mitteln. Dieser Trend spiegelt eine bundesweite Entwicklung wider, bei der die staatliche Unterstützung zunehmend zurückgeht.
Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) kritisierte das aktuelle System als unzureichend, um Studierenden ausreichende finanzielle Sicherheit zu bieten. Er argumentierte, dass viele aufgrund der geringen Förderung gezwungen seien, neben dem Studium lange Arbeitszeiten zu bewältigen. Dies führe, so Müller, zu längeren Studienzeiten, eingeschränkten Studienmöglichkeiten und höheren Abbrecherquoten.
Der Rückgang staatlicher Unterstützung zwingt viele Studierende, auf Ersparnisse oder Nebenjobs zurückzugreifen. Da weniger als jede sechste Person finanzielle Hilfe erhält, wachsen die Bedenken über die langfristigen Auswirkungen auf die Bildungsqualität. Der Trend deutet auf anhaltende Herausforderungen für all jene hin, die sich voll auf ihr Studium konzentrieren möchten.






