NRW kündigt Porr-Vertrag für Leverkusener Rheinbrücke – und riskiert Milliardenstreit
Toralf ZänkerNRW kündigt Porr-Vertrag für Leverkusener Rheinbrücke – und riskiert Milliardenstreit
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Baukonzern Porr für die neue Rheinbrücke Leverkusen zu beenden. Der Schritt erfolgte nach Bedenken wegen systematischer Mängel und Fehler in den Stahlkomponenten. Wüst betonte, die Kündigung solle den Fertigstellungstermin der Brücke beschleunigen – gestützt auf Fachgutachten und die Zustimmung des Bundes.
Der Rechtsstreit zwischen dem Land und Porr läuft derzeit vor dem Landgericht Köln. Porr weist die Vorwürfe zurück und fordert über 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und ausstehende Zahlungen. Die Bundesregierung wiederum verlangt mehr als 350 Millionen Euro Schadensersatz. Die insgesamt streitige Summe, inklusive Zinsen, könnte eine Milliarde Euro übersteigen.
Ein Güte- und Verhandlungstermin ist für den 16. Oktober angesetzt, um die Forderungen zu prüfen. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte, er erwarte keine finanziellen Belastungen für das Land, falls das Urteil zu dessen Ungunsten ausfalle.
Das Projekt der neuen Leverkusener Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brücken: Die erste ist bereits in Betrieb, die zweite noch im Bau. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, während die Montage der Pylone für September 2026 geplant ist. Die Fertigstellung des gesamten Vorhabens wird für Mitte 2028 erwartet.
Die Vertragsauflösung wurde beschlossen, um den Brückenbau zu beschleunigen. Die gerichtliche Entscheidung wird die finanziellen Konsequenzen für beide Seiten klären. Die termingerechte Fertigstellung bis 2028 bleibt laut Planungen gesichert.
