NRW: Immer mehr Frauen erobern akademische Spitzenpositionen – doch Lücken bleiben
Janin FinkeImmer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW: Immer mehr Frauen erobern akademische Spitzenpositionen – doch Lücken bleiben
Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnet einen stetigen Anstieg von Frauen in akademischen Spitzenpositionen. In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil von Professorinnen und Hochschulleiterinnen gestiegen – auch wenn in einigen Fachbereichen weiterhin Lücken bestehen. Wissenschaftsministerin Ina Brandes betont die Notwendigkeit, Forscherinnen stärker anzuerkennen und zu fördern.
Im Jahr 2023 stellen Frauen 29,6 Prozent aller Professoren in NRW – ein Anstieg gegenüber 21,8 Prozent im Jahr 2013. Noch deutlicher fällt die Zunahme in Führungspositionen aus: 41,7 Prozent der Universitätspräsident:innen und Rektor:innen sind Frauen, verglichen mit nur 18,9 Prozent vor einem Jahrzehnt. Dieser Wert liegt damit auch über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent.
Die Verteilung von Professorinnen variiert jedoch stark zwischen den Disziplinen. In den Erziehungswissenschaften (58,8 Prozent) und Sozialwissenschaften (57,1 Prozent) sind Frauen in der Mehrheit, während die Geisteswissenschaften mit 46,3 Prozent eine starke Repräsentation aufweisen. In den Ingenieurwissenschaften liegt der Frauenanteil dagegen bei nur 17,7 Prozent. Selbst in der Architektur, wo der Anteil innerhalb der Ingenieurfächer am höchsten ist, sind lediglich 34,5 Prozent der Professor:innen weiblich.
Auch bei den Gehältern zeigen sich weiterhin Unterschiede: Je höher die Besoldungsstufe, desto geringer der Frauenanteil unter den Professor:innen. Trotz dieser Herausforderungen werden 15 der NRW-Hochschulen derzeit von Frauen geleitet – ein Zeichen für den Wandel in der akademischen Führungsebene.
Die Daten belegen deutliche Fortschritte bei der Geschlechterrepräsentation unter Professor:innen und Hochschulleitungen in NRW. Dennoch bestehen erhebliche Ungleichgewichte, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften und bei höheren Gehaltsstufen. Ministerin Brandes setzt sich weiterhin für politische Maßnahmen ein, um diese Lücken zu schließen und die erreichten Fortschritte auszubauen.






