21 February 2026, 08:11

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

Vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau haben Städte in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer erinnert. Bei dem rechtsextremen Attentat am 19. Februar 2020 wurden neun Menschen ermordet, Überlebende tragen bis heute schwere körperliche und seelische Folgen davon. In Aachen, Köln, Bochum und anderen Städten versammelten sich Hunderte, um Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.

Am 19. Februar 2020 hatte ein Rechtsextremist in Hanau gezielt Shisha-Bars und Kioske angegriffen und aus rassistischem Hass neun Menschen getötet. Anschließend ermordete er seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. Der Anschlag gilt als einer der schwersten rechtsterroristischen Akte in Deutschland seit Jahrzehnten.

Mittlerweile sind mindestens elf Menschen direkt oder indirekt an den Folgen des Attentats gestorben. Im Januar 2023 erlag ein Überlebender seinen seit 2020 bestehenden Verletzungen, im Januar 2026 starb Ibrahim Akkuş an den damals erlittenen Schussverletzungen.

In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linken und antifaschistischen Gruppen. Angehörige der Opfer hielten berührende Reden, während andere Rednerinnen und Redner Konsequenzen forderten und vor einer Verharmlosung rassistischer Ideologien warnten. Die Studentin Selin Eroglu nahm teil, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und das Gedenken an die Opfer wachzuhalten.

In Köln beteiligten sich fast 1000 Menschen an einem Gedenkmarsch – doppelt so viele wie erwartet. In Bochum veranstaltete das Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel der Stadt, und setzte damit ein Symbol zwischen Lebensfreude und Tragödie. Essen lud zu einer Lesung ein, Düsseldorf zeigte eine Ausstellung und führte Podiumsdiskussionen durch.

Die Veranstaltungen in NRW markierten den vierten Jahrestag des Hanau-Anschlags mit Appellen an Gerechtigkeit und Erinnerung. Die Überlebenden und Angehörigen leiden weiterhin unter den Folgen der Gewalt. Mit öffentlichen Kundgebungen und Ehrungen bekräftigten die Städte der Region ihren Einsatz gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

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