15 February 2026, 16:18

NRW-Finanzämter jagen Steuer-Sünder unter Influencern mit harten Kontrollen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Steuerformulars mit Text und Zahlen.

NRW-Finanzämter jagen Steuer-Sünder unter Influencern mit harten Kontrollen

Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen gehen gegen Influencer vor, die ihre Steuerpflichten vernachlässigen

Die Finanzämter in Nordrhein-Westfalen (NRW) verschärfen die Kontrollen gegen Influencer, die ihren steuerlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Rund 7.000 Content-Creator in der Region stehen derzeit unter Prüfung, in 200 Fällen laufen bereits strafrechtliche Ermittlungen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund bundesweiter Daten, die auf mögliche nicht deklarierte Einnahmen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro aus Influencer-Aktivitäten zwischen 2024 und 2025 hindeuten.

Influencer in NRW müssen ein Gewerbe anmelden, sobald sie mit der Absicht, Geld zu verdienen, Inhalte erstellen. Nach der Anmeldung haben sie einen Monat Zeit, einen steuerlichen Erfassungsbogen auszufüllen. Allerdings führt die bloße Anmeldung nicht automatisch zur Gewerbesteuerpflicht – diese greift erst, wenn die jährlichen Einnahmen 24.500 Euro übersteigen.

Sämtliche Einkünfte müssen versteuert werden, darunter Werbeeinnahmen, Verkäufe von Merchandise-Artikeln und Provisionen aus Affiliate-Marketing. Auch kostenlose Produkte, Geschenke oder Erlebnisse gelten als steuerpflichtiges Einkommen, sofern der Influencer sie behält. Diese müssen mit ihrem üblichen Verkaufswert verbucht werden.

Besonderes Augenmerk legen die Behörden auf Fälle, in denen Influencer mehr einnehmen als ausgeben. Sämtliche Finanzunterlagen, einschließlich Belege, müssen für mögliche Prüfungen aufbewahrt werden. Die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres abzugeben – bei Zusammenarbeit mit einem Steuerberater sind Fristverlängerungen möglich.

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NRW und Bayern treiben die Ermittlungen voran; bundesweit wurden bereits 60.000 Datensätze von Influencern erfasst. Das geschätzte steuerrelevante Umsatzvolumen aus diesen Fällen beläuft sich auf 1,4 Milliarden Euro.

Die verschärften Kontrollen unterstreichen die finanziellen Pflichten, denen Influencer nachkommen müssen, wenn sie mit ihren Inhalten Geld verdienen. Wer sich nicht an Melde-, Dokumentations- und Deklarationsvorschriften hält, riskiert rechtliche Konsequenzen. Angesichts der laufenden Ermittlungen raten die Behörden Influencern dringend, ihre Steuerpflichten genau zu prüfen.