25 March 2026, 10:10

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: 280 Millionen Euro Steuerbetrug vor Gericht

Schwarz-weiß-Zeichnung von Menschen, die an einem unordentlichen Tisch in einem Gerichtssaal während eines Prozesses sitzen, wobei einige ernst und andere besorgt aussehen, eingerahmt von einem schwarzen Rand.

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: 280 Millionen Euro Steuerbetrug vor Gericht

In Siegburg hat ein neuer Prozess um Cum-Ex-Steuerhinterziehung begonnen – ein weiteres Kapitel in Deutschlands langjähriger Aufarbeitung des umstrittenen Handelsmodells. Zwei ehemalige Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg müssen sich wegen schweren Steuerbetrugs verantworten, wobei der Staat angeblich Schaden in Höhe von rund 280 Millionen Euro erlitten haben soll. Verhandelt wird in einem eigens errichteten Gerichtssaal am Landgericht Bonn, wo die Verhandlungen voraussichtlich mindestens 53 Tage dauern werden.

Die drei Angeklagten – zwei ehemalige Banker und ein Dritter, dem Beihilfe vorgeworfen wird – reisten aus Hamburg an, um sich vor Gericht zu stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Cum-Ex-Geschäfte getätigt zu haben, eine Praxis, die rechtliche Schlupflöcher ausnutzte, um Steuern zurückzufordern, die nie gezahlt worden waren. Durch diese Methode sollen dem deutschen Staat Hundertmillionen an Steuereinnahmen entgangen sein.

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Der aktuelle Prozess ist Teil einer umfassenderen Ermittlungswelle zu Cum-Ex-Deals, bei der bis Jahresende mit bis zu sieben weiteren Anklagen gerechnet wird. Doch die Zukunft weiterer Verfahren bleibt ungewiss. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass bis 2026 nur zwei neue Prozesse in Bonn beginnen werden, während acht weitere Fälle wegen Verjährungsfristen eingestellt werden könnten.

Die juristischen Auseinandersetzungen erstrecken sich über mehrere Städte. Bonn hat sich zu einem zentralen Schauplatz entwickelt und beherbergt mehrere Verfahren, darunter auch gegen Führungskräfte der Warburg Bank. Weitere mögliche Prozessstandorte sind Hamburg, wo Finanzbehörden mit Verbindungen zum Skandal ansässig sind, sowie Siegburg, das über eine neue Einrichtung für Händlerverfahren verfügt. Die Kölner Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen, während Düsseldorf für die politische Aufarbeitung zuständig ist. Auch Frankfurt, wo früher die Verfahren gegen die Maple Bank stattfanden, könnte eine Rolle spielen.

Das Urteil in diesem Prozess könnte richtungsweisend für die noch ausstehenden Cum-Ex-Ermittlungen sein. Bis Mitte Dezember wird das Gericht prüfen, ob die Angeklagten vorsätzlich Steuerzahler betrogen haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen harte Strafen, während der Staat möglicherweise einen Teil der angeblichen 280 Millionen Euro Verluste zurückerhalten könnte.

Quelle