25 January 2026, 22:10

Netzanbindung in der Krise: Wirtschaft fordert Reformen für faire Stromverteilung

Eine Luftaufnahme eines Solarparks mit zahlreichen Solarpanelen in einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Wasser und einer nahen Bahnlinie.

Netzanbindung in der Krise: Wirtschaft fordert Reformen für faire Stromverteilung

Wirtschaftsführer und Energieexperten drängen auf dringende Reformen der Netzanbindungsregeln in Deutschland. Das aktuelle System begünstigt vorrangig Projekte für erneuerbare Energien, während Industrieunternehmen und Rechenzentren zunehmend um Zugang kämpfen. Die Forderungen nach einer Reform zielen darauf ab, das Wachstum grüner Energien mit wirtschaftlicher Stabilität und Arbeitsplatzsicherheit in Einklang zu bringen.

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Eon, einer der größten Netzbetreiber Deutschlands, hat 70 Prozent der Onshore-Windkraftanlagen und die Hälfte der Solaranlagen des Landes ans Netz angeschlossen. Doch nach Ansicht von Vorstandschef Leonhard Birnbaum gefährden die bestehenden Regeln mittlerweile Arbeitsplätze in mittelständischen Unternehmen, Industrieparks und Rechenzentren. Die bisher notwendige Bevorzugung erneuerbarer Projekte sei angesichts des bereits hohen Anteils grüner Energien im Netz nicht mehr gerechtfertigt, warnte er.

Birnbaum forderte die Bundesregierung auf, Subventionen für neue Solaranlagen abzuschaffen, die über 20 Jahre hinweg Milliarden kosten können. Stattdessen schlug er vor, die Anbindungsregeln so zu überarbeiten, dass sie stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen ausgerichtet sind. Unterstützung erhielt er von Tim Meyerjürgens, dem Chef von TenneT Deutschland, der eine schnellere Umsetzung des Bundesbedarfsplangesetzes anmahnte. Meyerjürgens betonte die Notwendigkeit transparenter, rechtssicherer Verfahren, die Netzzugänge nach Projektfortschritt und Prioritäten der Kundengruppen verteilen. Beide Manager warnten vor wirtschaftlichen Schäden, falls Unternehmen keine zuverlässigen Stromanschlüsse erhalten. Eine Reform würde ihrer Meinung nach faireren Zugang gewährleisten, ohne den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie sich der Ausbau erneuerbarer Energien mit den Bedürfnissen der Arbeitsagentur vereinen lässt. Netzbetreiber und Wirtschaftsvertreter fordern Regeln, die sowohl Klimaziele als auch wirtschaftliche Aktivität unterstützen. Ohne Änderungen, so die Warnung, könnten Arbeitsplätze und Investitionen in Schlüsselbranchen auf dem Spiel stehen.